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Die Entstehungsgeschichte Brenndorfs

Geschichte

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Die Entstehungsgeschichte Brenndorfs

1 Die schicksalhafte Jahrtausendwende


Ein kleiner Ausflug in die Vorgeschichte Siebenbürgens soll uns an die Jahrtausendwende und damit an die ungarische Besetzung der pannonischen Tiefebene erinnern. Der Ansturm dieses Reitervolkes sprengte die im östlichen Teil des Landes wohnenden Slawen in zwei Teil, blieb aber im Westen an der festgefügten Grenze des damaligen deutschen Reiches stehen. Ihre Nachzügler in Gestalt der mongolischen Kumane, Petschenegen und Tataren finden bereits das rumänische und das inzwischen seßhaft gewordenen ungarische Volk, wie auch die Siebenbürger Sachsen auf dem Plan. Die Ungarn wurden unter dem Großfürsten Geisa (Gèza) seßhaft und nahmen den katholischen Glauben an. Sein Sohn Stefan I ließ sich vom Papst zu ersten König Ungarns krönen und stärkte sein Reich unter Mithilfe westlicher Priester und Ritter. In zahlreichen Wellen drangen sie ostwärts und sicherten den Landgewinn durch Ansiedlung von Hilfsvölkern (Szekler, Deutsche u.a.)

So kam es, daß König Geisa II (1141-1162) den politischen Auftrag zur Ostkolonisation seines Reiches gab. Seinen großzügigen Versprechungen folgten Gruppen von landhungrigen Menschen, vor allem aus den dichtest besiedelten Gebieten Deutschlands, und das waren damals die am Rhein und an der Mosel. Unter den Siedlern befanden sich auch Vertreter des niederen Adels, 'Gräven', die oft ihre Anführer stellten. Sie wagen ihren 'Ostritt' nur unter Zusicherung besonderer Freiheiten und Privilegien, wie solche im sogenannten 'Andreanischen Freibrief von 1224'. In den Jahren 1141-1162 strömten die ersten Gruppen in das Gebiet der Hermannstädter Provinz. Sie sollten 'ein Volk seyn nur unter einem Richter', nämlich dem Königsrichter ja Hermannstadt stehen. Es war nicht allein Güte, sondern auch Weisheit und Staatsinteresse, daß König Andreas dies zur Verteidigung der Krone und Kultur des Landes eingeladene 'teutsche Volk' in ein Volk vereinigte und ihm die freie Wahl ihrer Beamten zusicherte. Auf den Dörfern durften die Gemeinde ihre Hannen und Richter erwählen. Dafür erhob die königliche Kammer der Sächsischen Nation jährlich 500 Silbermark, von welcher Abgabe keiner auf dem Sächsischen Gebiet, ohne besonderes Privileg frei war. Wenn Krieg im Lande ausbrach, wurde der König mit 500 Mann der Hilfsvölker unterstützt. Darüberhinaus sollten sie die freie Wahl ihrer Geistlichen haben und damit das Recht, sie feierlich einzuführen. Die Sachsen hatten das Recht und die Pflicht, ihren Geistlichen die Zehnden zu geben und sie in allen Rechten der Kirchen, nach alter Gewohnheit, zu unterstützen.

Im Jahr 1141 kann also als das Gründungsjahr des Siebenbürgisch-sächsischen Volksstammes bezeichnet werden. Zu Erinnerung an die 'Einwanderung der Siebenbürger Sachsen' möge auch uns Burzenländern das berühmte Bild des Schlachtenmalers Georg Bleibtreu ????? aus Xanten voranleuchten, welches bis nach 1918 in allen siebenbürgischen Amts- und Schulräumen hing.

(Abbildung Kapitel 2, Seite 5)

2 Der Deutsche Ritterorden im Burzenland (1211-1225)

Als zu Beginn des 13. Jahrhunderts die südlichen 'Verhauzonen' vom Geisterwald auf die Karpatenkämme vorverlegt wurden begann eine der ruhmreichsten und zugleich tragischsten Epoche der 'terra burza'. Das ungarische Herrscherhaus errichtete gegen die aus dem Süden andrängenden Kumanen der heutigen Südwestmoldau und Munteniens in der natürlichen Bastion des Karpatenbogens eine militärische Stellung. Das war siebzig Jahre nach der Ansiedlung der Siebenbürger Sachsen in der Hermannstädter Provinz. König Geisa II gab das Burzenland dem Deutschen Ritterorden als Lehen, mit der Aufgabe, dasselbe zu besiedeln und in Kumanien zu missionieren. (UB 19, 1210 UB 76). Es war eine Vergabe besonderer Art, zu deren Zustandekommen viele verwandtschaftliche Beziehungen zwischen westlichen Herrscherhäusern und geheimen Interessen des päpstlichen Stuhls notwendig waren. - die deutsche Übersetzung der 'Verleihungsurkunde des Burzenlandes' durch König Andreas II, an den Deutschen Ritterorden im Jahre 1211 entnehmen wir dem Buch 'Marienburg im Burzenland', verfaßt von Georg Janesch, Hans Mendger und Kurt Stephani, 1987, im Verlag

E. und W. Gieseking, Bielefeld: 'Im Namen der Dreifaltigkeit und ungeteilten Einheit. Andreas, von Gottes Gnaden König von Ungarn, Dalmatien, Kroatien, Bosnien, Galizien und Lodomerien (??????) für immer und ewig. Unter den Zeichen königlicher Erhabenheit, durch die das ehrenvolle Andenken an unsere Vorfahren seligen Gedenkens ausgezeichnet wird, findet sich vor den übrigen des als das hervorragendste und empfehlenswerteste, die rechte Hand größter Freiheit den anvertrauten Gästen zu reichen, deren wirken im Reich sich als nützlich erweist und deren Gebiet man als Gott befohlen erkennt.'

So kommt es, daß wir - in frommen Verlangen den Spuren unserer Vorfahren frommen Angedenkens in Liebe regend - nur in dem Willen, nach dem Lauf in dieser Welt mit ihnen den Siegespreis des ewigen Lebens zu erlangen - , im Hinblick auf (unsere) tätige Nächstenliebe den Kreuzrittern vom Hospital St. Marien, das einstmals in Jerusalem war, jetzt aber sich wegen unserer Stundenschuld in Akkorn befindet, das sogenannt Burzenland, jenseits der Wälder bei den Kumanen, mag es auch verlassen und unbewohnt sein, übergeben haben zum friedlichen Bewohnen  und zum freien Besitz für immer und ewig, damit das Reich durch ihre Wirken erweitert sich ausdehne und unsere fromme Stiftung durch ihr Gebet vor den höchsten Gott getragen werde, zum Heil unserer Seele und in unserer Eltern. Außerdem haben wir ihnen gestattet, daß, wenn dort in diesem Burgenland Gold und Silber gefunden wird, der eine Teil der königlichen Kammer gehört, der andere auf sie übergeht. Ferner haben wir ihnen freie Märkte und die Zollabgaben der Märkte dieses Landes überlassen und ihnen gestattet, zum Schutze des Reiches gegen die Kumanen hölzerne Burgen und hölzerne Städte zu bauen. Auch bestimmen wir, daß ein Woiwode bei ihnen Herberg nehmen darf; wir erlassen ihnen die Freipfennige und Pfunde und gestatten, daß sie aller Abgaben ledig und frei sind. Miemandes Gericht oder Gerechtsam - ausgenommen allein des Königs - sie unterliegen, den Richter sollen sie untereinander wählen und über sich setzen. Wir aber gestatten, daß die zuvor genannten Kreuzritter auf der  Besitzung diese Burzenlandes durch unseren Pristalden namens Fecate Juna (???) eingeführt werden, der das genannte Land umschreiten und es - auf Geheiß des Woiwoden Michael mit bestimmten Grenzmarken gekennzeichnet - ihnen anweisen soll. Die erste Grenze dieses Landes beginnt aber bei den Verhauen der Burg Halmagen und geht bis zu den Verhauen der Burg, von dort läuft sie bis zu Verhauen des Nikolaus, wo ein Gewässer namens Alt herabgeflossen kommt, und so aufwärts am Alt entlang bis zu Einmündung des Tatrang in  den Alt; und weiter geht es bis zur Quelle des Tatrang und von da zur Quelle eines Baches namens Tömösch und weiter bis zum Ausfluß eines Baches namens Burzen; dann wendet sie sich, so wie die Schneeberge das Land einfassen, bis nach Halmagen. Diese ganze Land aber, so wie die genannten Berge und Flüsse es begrenzen, wird Burzenland genannt'

Gegeben von der Hand des Magisters Thomas Kanzler des königlichen Hofes und Probst von Veszperim (????) im Jahre nach der Geburt des Herrn 1211, im siebenten Jahr unseres Königtums.

- Zeugenreihe - (163/1 Nr. 19 und 167/S. 15)

Es vereinigten sich hier Schwert und Wort zur Sicherung des Weges nach dem Heiligen Grab, die Kreuzzugsidee wurde lebendig, die bald als sehr verlustreich aufgegeben wurde. Der Deutsche Ritterorden blieb auf der Strecke. Der Ordens Hochmeister, Hermann von Salza, schickte seine Kampfgefährten in das 'Land jenseits der Wälder zu den Kumanen, mag es auch verlassen und unbewohnt sein, zum friedlichen Bewohnen und freien Besitz für immer und ewig damit das Reich durch sein Wirken erweitert, sich ausdehnen und unsere fromme Stiftung durch sein Gebet vor den höchsten Gott getragen werden (UB I, Nr. 19).

Abb. Grenzen des Ordenslandes.  Karte Burzenland

Abb. Seite 11, Kapitel 2

Sie beginnen bei den Verhauen der Burg Halmagen, galt nur ? (S. 11, Kap. 2) von da an lief sie am Alt entlang nach Süden bis zur Einmündung als Tatrang in den Alt, weiter bis zur Quelle im Burzenländer Gebirge; hier springt die Grenze westwärts zur Tömösch-Quelle, dann zur Quelle des Burzenbaches, schließlich erreicht sie im Norden über den Geisterwald wieder den Alt bei Halmagen. Mittelpunkt der Ordensherrschaft wurde die Marienburg am Alt

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sie war zugleich Hauptwaffen- und Handelsplatz (1215). Aus Urkunden wissen wir, daß der Orden von 1211-1225 im Burzenland 'fünf feste Plätze' (cinque castra fostia) errichtete. Es sind diese: Kreuzburg im Tatarenpasse, Marienburg (Castrum Sanctae Mariae), Schwarzburg bei Zeiden, Rucarburg bei Posul Dombovitza (in der Straße von Törzburg nach Langenaz-Campulung ?? (Dealul Sasului) , die nördlich von Heldsdorf liegend fünfte Ritterburg. Jede Burg ist ein militärisches Objekt für sich, zusammen aber eine fast ideale Abschirmung des Gebietes. Die heute noch stehenden oder erkennbaren Reste dieser Schutzbauten legen Zeugnis ab eines grandiosen Zeitschicksals, wie einer im Dunkeln sich verlierende, durch wenige Dokumente überlieferten Vergangenheit.

Abb. 9 Ruine Marienburg Seite 13, Kapitel

Abb. Die Burgen des Burzenlandes   S. 14, Kapitel 2

Das rasche Vergessen der 'siebenbürgischen Marienburg' beweist nur das Scheitern der für das Deutschtum so verhängnisvollen Kreuzzugsidee!

Es wird allgemein angenommen, daß die 14 burzenländischen Gemeinden in den Jahren der Ordensherrschaft gegründet wurden, wobei man den strategischen Stützpunkten große Aufmerksamkeit schenkte. Mit Hilfe fachkundiger Mönche wurden auch Kapellen gebaut. Unter Bruch des königlichen Gebotes wurden auch steinerne Burgen und Schutzbauten aufgeführt, die den erzürnten König veranlaßte, ihnen das Land zu entziehen, aber schon ein Jahr später (1222) zur Erneuerung der 'Schenkungsurkunde' führte. (Urkundenbuch XVIII). Der Orden suchte eine endgültige Lösung und bat den Papst Honorius III, das Burzenland in seinen Schutz zu nehmen (1224). Das Zerwürfnis zwischen König und Papst war perfekt. Der Orden scheiterte an den Ungarn und den unzufriedenen Siedlern bzw. an der nationalen Siedlungspolitik der Ungarischen Krone und wurde mit Waffengewalt aus dem Land getrieben (1225). Schützenhilfe erhielt der König dabei von den 'Kriegern aus der Hermannstädter Provinz', die kurz vorher (1224) in den Genuß des 'Goldenen Freibriefs' gekommen waren. (UB Nr. XXVIII), der den 'deutschen Siedlern auf dem Königsboden von Broos bis Draas' besondere Freiheiten und Rechte zusicherte. Zu spät versuchte der Papst einzulenken, der Orden zog an die Nogat in Ostpreußen und errichtete dort eine zweite Marienburg.

Was der Orden in der kurzen Zeit seinen Aufenthalts geleistet hatte, ist erstaunlich und in seiner damaligen Wirkung von großer Bedeutung für Sachsen, Magyaren, Szekler und Rumänen diesseits, vielmehr aber noch jenseits der Karpaten. Von den Städten des Landes geht Kronstadt auf sie zurück. Die blühendsten sächsischen Gemeinden sind mit ihren Lehensgebiet entstanden. Im Verein mit den 'Siebenbürger Sachsen', die ihnen bei der Erfüllung ihres Ordensauftrags halfen, haben sie in der Moldau die Städte Langenau, Deutsch-Stein, Sereth, Suceava, und in der Wallachei ein zweites Campulung gegründet.

 

Für die Siebenbürger Sachsen bedeutete die kurzbefristete Nachbarschaft des Ordens mehr. Sie haben von den Rittern bauen gelernt. Die Burgen des Ordens sind nebst denen aus der deutschen Heimat rein technisch gesehen die einzigen Vorbilder für ihre späteren Bauernburgen. Geistig gesehen müssen ihnen die Ritterburgen zu steinernen Zeugen eines bei den Siebenbürger Sachsen nicht mehr verlierbaren Maßstabes kulturellen und politischen Maßstabs geworden sein: Dem Ritterorden verdanken sie, und mit ihnen die ganze Bevölkerung Siebenbürgens das erste Bewußtsein der Aufgabe, die naturnotwendig mit diesem Raum verbunden ist. (Matthiae).

Bei der äußerst dünnen und nur gebietsweisen Anwesenheit der Slawen und Rumänen gab es logischerweise nur eine ganz einfache Hirten- und Bauernkultur. Die Ordensritter taten recht, wenn sie ihren Neugründungen deutsche Namen gaben, da diese für den künftigen Weg der Kultur in diesem Gebiet wirklich etwas anderes nur neues bedeutete.

Eine erste urkundliche Erwähnung burzenländischer Siedlungen findet sich in der am 21. März 1240 von König Béla erlassenen Verfügung, wonach dem Zisterzienserorden Kerz (???) am Alt, das Patronatsrecht mit allen Geruhsamen und Einkünften der unmittelbar unter dem König stehenden Kirchen von Marienburg, Petersberg, Honigberg und Tartlau vergab (UB Nr. LX)

Für Brenndorf liegt eine erste urkundliche Erwähnung von 1368 vor, in der 'Gräve von Brenndorf' sich über den Brandschaden beklagt, den die Siedler dem Besitztum und den Gütern seiner Vorfahren zufügten.

Die Hattertgrößen der frühen Siedlungen übertrafen den augenblicklichen Bedarf. Die zwischen ihnen liegenden 'Freitümer' an Wald und Wiesen hatten keinen Eigentümer. Vielmehr dienten sie den Gemeinden zur freien Benutzung, wie z.B. zu Gründung von sogenannten 'Tochtersiedlungen'. Über diese Tatbestände liegen keinerlei Dokumente vor. Daß es zu notwendigen Teilungen des Hatterts gekommen war, verraten uns die länglichen Fluren, die sich von der Alt-Schwarzbach-Linie zur Südgrenze erstreckten und zu heftigen Prozessen führten.

Es ist nachgewiesen und auch belegt, daß die Besiedlung des Burzenlandes in Anbetracht der Dringlichkeit der Schenkungsverpflichtung zunächst mit deutschen Kreonisten aus dem ältesten Siedlungsgebiet, dem Alten 'Land Siebenbürgen' vorangetrieben wurde. Wie weit das Mutterland Siedler abstellte, wie viele es waren - vielleicht nur bescheidene 500 Familien - und woher sie alle kamen, ist noch nie genau ermittelt worden. Zusammenfassend läßt sich die gemeinsame Urheimat sämtlicher Siedler mit Sicherheit in das Grenzland des Mittel- und Niederfränkischen und Wallonischen, ins Rheinische Schiefergebirge und sein nördliches Vorland verlegen. Es ist offenbar auch so gewesen, daß die harten Aufbaujahre für die ersten Siedler eine hohe körperliche Belastung darstellten und sie angesichts der feindlichen Umgebung von den Ordensrittern, auch zu Kriegsdiensten und anderen Arbeiten herangezogen wurden -  schließlich ging es um Leben und Gut für beide Teile!

Wir wollen diesen Bericht mit einem freudigen Ereignis abschließen: Es kam das Jahr 1486, in dem König Matthias, auch für das aufstrebende Burzenland den 'Andreanischen Freibrief' bestätigte und die 'Sächsischen Universität' rechtlich anerkannte.

3 Der geheimnisvolle 'Brigittenhügel am Alt'

Was die Menschen aller Zeiten am nächsten und am innigsten verbindet, ist der Gedanke und der Dank an die Kindheit. Dazu gehört ohne Zweifel das Elternhaus, der Schauplatz der Kinder- und Jugendspiele, und nicht zuletzt all jene Stätten, die durch Landschaft, Bauweise, Art und Charakter in uns Werdenden und Wachsenden wirkten. Es war das Dorf mit seiner Phantasie und seinem Lebenswerk, seiner ehrwürdigen Volkskirche, seiner Mühlen, seinem großen Gasthaus, seiner ehemaligen Dragonerkaserne und jener großen Zuckerfabrik, die den Namen Brenndorf trägt. Es war in früheren Zeiten aber auch dieser geheimnisvolle Hügel am Alt, dessen Haupt einst eine Kapelle krönte, der heiligen Brigitte geweiht, ein vorreformatorisches Landschaftsdenkmal, ein fortwährendes Objekt, ein Traum - dem ein begnadeter Dichter unseres Dorfes, Fritz Rheindt, eine bleibende Form in seinem Gedicht, 'Der Brigittenhügel am Alt', gab. Kein Wunder also, wenn in diesen Erinnerungsblättern die Pietät den ihr zustehenden Raum einnimmt. Sie kann als treuer Maßstab der Kultur gelten, zumindest aber als Zeuge dafür, daß wir der Überlieferung vertrauen!

Gedicht Seite 21, Kapitel 2

Abb. Der Brigittenhügel am Alt (Priesterberg, Predigerberg) Seite 22, Kapitel 2

Dieses Landschaftsdenkmal, in der nachreformatorischen Zeit auch 'Priesterberg' ('Praisterberch') genannt, liegt etwa 2 km östlich von Brenndorf und 14 km nördlich von Kronstadt auf dem linken Ufer des Alt-Flusses, der ihn von den gegenüberliegenden Bergen und von der Gemeinde Eröschd (Ariusd) trennt. Er ist etwa 15 m hoch und liegt frei in der Landschaft. Es besteht aus einem kreidezeitlichen Konglomeratssockel, über den sich eine ziemlich mächtige gelbe Schicht levantinischen Sandes breitet. Die Schicht hat bösartigen Charakter und geht allmählich in dunklen Humus über. 'Seine Kuppe ist eine künstlich verbreiterte Plattform aus der vorreformatorischen Zeit, die eine der heiligen Brigitte geweihte Kapelle trug'. So beschriebt der Altertumsforscher und Frühgeschichtler H. Schuller den 'Hausberg' Brenndorfs. Während seiner Grabungen im Jahre 1928/29 und seines Aufenthalts in Brenndorf, wurde er von unserem damaligen Pfarrer Hans Lienert, von Dr.Georg Zintz ('Öreg') und von Dr. Fritz Klein kraftvoll unterstützt. Eine erste Aussage über das Vorhandensein des Brigittenhügels bzw. Predigerberges am Alt find wir in der 'Geographie des Großherzogtum Siebenbürgen' von 1813. Hier heißt es einfach: 'in einiger Entfernung vom Dorfe stand auf einem Hügel die 'Magdalenen-Kapelle', die wir wohl als erste Dorfkirche bezeichnen können.



Aus Los Angeles (USA) berichtet uns Frau Martha Tupoljew, geb. That, daß sich ihre noch lebende Mutter sehr gut daran erinnert, wie sie in einigen Höhlen am Hügel mit anderen Dorfkinder spielte. Dabei habe sie öfters funkelnde Augen gesehen, die gewiß nur Füchsen stammten. Ob diese Höhlen einst zu jener Gruppe von Stallungen gehörten, die der über den nahen Alt führenden Pferdepost in ungarische Gebiet dienten? Oder waren es die Reste jener Behausungen, in denen einst die Zöllner wohnten, die mit der Erhebung des sogenannten 'Salzzolls' aus dem Széklerland betraut waren? Wer lüftet all diese Geheimnisse?

Vor 1900 wurde die Plattform nochmals hergerichtet, wie sollte der Jugend als Tanzplatz zur Verfügung stehen. Dann erfolgte die Entdeckung als urgeschichtliche Fundstelle und seitdem haben Berufenen und Unberufene hier nach Scherben gesucht.

Auch Historiker können uns nichts über Ursprung, Entwicklung und Ausklang des Abenteuers Brigittenhügel - Bringendorf - Breindorf - Brenndorf sagen. Bauernherzen haben es viele Jahrhunderte nachdem das Abenteuer in die Stille des nachreformatorischen Zeit versank in Verehrung gedacht und bewahrt. Ein Beweis dafür, daß das Volk gerne dichtet, wenn es sich Leben und Taten derer, die ihm Schutz gegeben, Ansehen, Glaubenskraft, Beispiel, Freude und Hoffnung für die kommenden Tage wieder aufbaut. 'Nüchterlinge' denken anders, aber zugeben werden sie müssen, daß es nicht immer die Kuppeln der Kathedralen sind, die uns die reinste Stimmung geben!

Wir vertrauen auf die Überlieferung!

4 Der Siedlungsvorgang

Die Geschichtsforscher nehmen allgemein an, daß die 14 deutschen Gemeinden des Burzenlandes in den Jahren der Ordensherrschaft (1211-1225) angelegt bzw. gegründet wurden, wenn auch die urkundliche Erwähnung der einzelnen Siedlungen zu verschiedenen Zeiten erfolgte.

Wir stimmen folgerichtig dem 'SOT-Hermannstadt' zu, wenn es in seiner Ausgabe Nr. 7783 vom 25. Juni 1899 schreibt: 'Die Gründung Brenndorfs erfolgte im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts zur Herrschaft des Deutschen Ritterordens im Burzenland und hat wahrscheinlich 'Brigittendorf' geheißen.' Da keine der deutschen Siedlungen eine Gründungsurkunde besitzt, die es erlaubt, den vollen Inhalt des historischen Geschehens darzustellen, vertrauen wir voll und ganz der Überlieferung.

Obgleich es des Königs Wille war, 'hospites' aus deutschen Landen zu gewinnen, bemühten sich die Ordensritter zunächst, Siedlerbauern und Handwerker aus der ältesten sächsischen Siedlung, dem Alt-Land Siebenbürgen, herbeizuschaffen, welches Geschäft ihr Werber (Locatoren) besorgten. Dem König mißfiel diese Bauernwanderung zwischen Siebenbürgen und der 'Tochtersiedlung Burzenland' und verbot sie. Er bestätigte aber in der Erinnerungs-Urkunde von 1222 die bis dahin niedergelassenen Kolonisten als Untertanen des Ritterordens.

Welches das Schicksal der einst vorhandenen Behausungen auf dem Brigittenhügel am Alt wirklich war, kann heute niemand mehr sagen. Aber gerne gewußt hätten wir den Verwendungszweck so mancher alter Höfe bzw. Häuser, wie zum Beispiel das große Haus Nr. 18 ist, und welchen Einfluß die Zisterzensier-Mönche der Kerzer Abtei möglicherweise auf das spätere Schicksal dieses Landschaftsdenkmals ausgeübt haben. Sollte uns der Tatareneinfall von 1241 alle Spuren verwischt haben? Denn offen bleibt die Frage nach dem tatsächlichen Standort des Edelhofes der Gräven von Brenndorf.

Einen Hinweis auf die Herkunft der Kolonisten im Burzenland finden wir in Ausführungen von Erhard Antonis hinsichtlich des möglichen Namengebers unseres Dorfes: Aus dem lateinischen Text der Urkunde von 1423 geht eindeutig der Name 'Bringendorf' hervor, der auf wallonische Herkunft hinweist. Erwähnenswert ist auch der Hinweis, daß die Ortsnamen der burzenländischen Siedlungen zu einem guten Teil aus linksrheinischen Gegenden stammen

Es ist geschichtlich belegt, daß auch nach der Vertreibung der Ordensritter weitere Schübe von Kolonisten ins Land und nach Brenndorf kamen und dessen Ortskern sie um die Jahre 1240-1260 bildeten und festigten. - Einen zweifelsfreien Beweis hierin liefert uns die Urkunde von 1368, in welcher der Gräve Jakobus von Brenndorf die damalige Bauerngemeinschaft beschuldigt, seinen Besitz im Brand gestärkt zu haben, wobei ihm zwei auf seinen Namen lautenden Freibriefe verloren gegangen seien. Es ist gewiß richtig, daß solcher Reichtum erst im Zeitraum von 3-4 Generationen erworben werden kann, dank einer hohen Vertrauensstellung im Dienste des Königs. Wir dürfen annehmen, daß einige Siedlungen mit besonderen Aufgaben betraut waren und deshalb bevorzugt aufgebaut wurden. Nicht so die kleinen Siedlungen, auch 'Tochtersiedlungen' genannt, die auf den großen Gemarkungen der Frühsiedlungen entstanden. Daß 'Brigittendorf' zu diesen Spätsiedlungen gehört haben soll, erfahren wir aus einem Bericht über die schrecklichen Verluste an Menschenleben durch die Pest von 1718, in den unser damaliger Prediger und Richter ins Kirchenbuch eintrug: 'Nachdem Gott aus gerechtem Gericht, nebst anderen Orten auch im Burzenland seine Ernte unter den Menschen hat halten wollen, und den Anfang selbst unserer 'Mutterstadt in Petersberg' und allhier in Brenndorf gemäht hat..,' d.h. daß unsere Vorfahren auf der Hochfläche des Hundsrückens und deren Randlage - des heutigen Oberfeldes der Gemarkung Brenndorf - ihre Wohnstätten bauen durften, mit dem Auftrag, die aus dem Szeklerland führenden Altbrücken und die über den Weidenbach führende Brücke gen Heldsdorf zu überwachen und zu sichern.' -

Aus der Tatsache, daß die Hattertgrenzen der jungen 'Tochtersiedlung Brigittendorf' nicht immer klar waren, gab es später oft Streit mit den 'Muttersiedlungen' Petersberg und Bartholomae, der selten den Notwendigkeiten und Wünschen der neuen Siedler Rechnung trug. Die 'Siedlung an der Brücke' umfaßte den westlichen Teil der heutigen Honigbergergasse ('de Gaus') und den auf die Anhöhe führenden Hohlweg ('dotsch Hill'). Es könnten 20-25 Höfe gewesen sein. Das 'Abenteuer Terra Borza' lockte weitere Kolonisten in das Wasser- und Waldreiche Gebiet am Alt. Neue Gehöfte entstanden zu beiden Seiten der nach Nordwest führenden Landstraße Kronstadt-Marienburg. Hier lag wahrscheinlich der Edelhof des Gräven von Brenndorf, gleichsam als künftiger Ortskern, aber auch als beschützende Macht. So ist es gar nicht verwunderlich, wenn das Volk noch um die letzte Jahrhundertwende von der Siedlung 'auf edler Erde' ('af adler Jerd') sprach. Es scheint, als ob die Siedler durch die Flucht in den nahen Eichenwald ihr Leben retten konnten vor den tatarischen Reiterhorden, die in der  Hälfte des 13. Jahrhunderts Siebenbürgen und das Burzenland heimsuchten. Denn schon 1301 wird uns der mittelalterliche Baubeginn einer Basilika im Dorfe überliefert. Ein Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht war für die junge Siedlung auch ihre Zugehörigkeit zur Kronstädter Hundertschaft, die naturgemäß die Erfüllung gewisser vaterländischer Pflichten einschloß.

Mann darf annehmen, daß nach dem Rückzug der östlichen Feinde immer etliche Kriegsleute im Dorfe verblieben, um ihr rauhes Handwerk gegen einen verlassenen, ausgebrannten Hof einzutauschen, und daß sie damit zu einen eigenartigen und nicht immer überschaubaren Wandlung und Strukturveränderung der Einwohnerschaft beitrugen. Manch heiratslustige Witwe hatte womöglich in solchen Zeiten ihren Beschützer gefunden. In der ersten urkundlichen Erwähnung Brenndorfs vom Jahre 1368 erfahren wir von zwei wichtigen Komponenten im Siedlungsvorgang: dem bevorrechtigten '??? Jakobus de Bathfalva' (Brigittendorf, Bringendorf) und der landhungrigen Bauerngemeinschaft, die in einem Gewaltakt seine Besitztümer in Brand steckten. Es ist unseres Wissens nach die erste Bauernerhebung im Burzenland. Es ging dabei um das Wasserrecht in Weisenbach, es ging letztlich um die Mühle als Allgemeingut. Um nicht mehr von der Willkür der Gräben abhängig zu sein, kaufte die streitbare Gemeinde fünf Achtel des Grävenbesitzes an der Mühle. Auch gelang es 1415 den nun geeinten Parteien gemeinsam ein Waldgebiet am rechten Ufer im Szeklerland zu erwerben, aus dessen Beständen vorwiegend Schutzdämme gegen die Überschwemmungen des Alt-Flußes gebaut, aber auch Bauholz für neue Wohnstätten geschlagen wurden. Der Tatareneinfall des Jahres 1241, der Türkenüberfall im Burzenland 1395 und andere Kriegerischen Ereignisse in den ersten Jahrhunderten seines Bestandes, brachte Brenndorf oft an die Grenze seines Unterganges. Sein Schicksal hing oft vom inneren und äußeren Geschehen im Vorort und den Märkten ab.

Aus überlieferten burzenländischen Chroniken, Handschriftensammlungen und Tagebüchern, wie  solche in den 'Quellen zur Geschichte der Stadt Kronstadt' wiedergegeben wurden, erfahren wir, wie stark der Siedlungsvorgang auch Brenndorf in die gemeinsame Pflicht zur Ausgestaltung, Bewahrung und Sicherung des uns vom Schicksal zugewiesenen Lebensraumes, eingebunden hatte, und warum diese oder jene Frage so und nicht anders gelöst wurde, warum es so häufig zu Ereignissen kam, die dem Dorfe gar nicht nützlich waren, aber ertragen werden mußten! Der Zukauf von Ackerland und Wiesen bzw. die Inpachtnahme zusätzlicher Felder an den Rändern der Gemarkung diente der Sicherung der Lebensbedingungen einer wachsenden Gemeinschaft. Das streitbare Brenndorf setzte es durch, daß einige Deputierte der Sächsischen aus Hermannstadt sich an den Tatort begaben, um über den 'unteren Teil der Kronstädter Heuwiesen' zu entscheiden, ob die hartnäckigen Bauern Recht hatten. Trotz dieser vielen Schwierigkeiten hatte Brenndorf bei der Volkszählung von 1510 bereits 500 Seelen und damit die achtgrößte Gemeinde im Burzenland. Die schreckliche Pestilenz von 1719 forderte 448 Tote und hinterließ 36 leere Häuser. In der nachreformatorischen Zeit kam es zu einem regen Wechsel von Zu- und Abwanderern zwischen den einzelnen Gemeinden des Burzenlandes, wie uns die Heiratsregister melden. Aber auch die 'große Stadt an der Zinne' locker kriegsmüde Handwerker und Kaufleute zum Verbleib im Dorf. Im 19. Jahrhundert waren es besonders Ulanen und Dragoner der österreichischen Besatzungstruppen, die sich häuslich niederließen. Es kam neues Blut in die alten Familien, dazu eine Reihe schöner Bauernhöfe. Wegen ihres Fleißes und aufrichtigen Hingabe an die neue Gemeinschaft, schloß diese Au liebend und lobend in ihre Arme. So ließen sich z.B. im 19. Jahrhundert 62 Männer aus Stadt und Land nieder und trugen mit zur heutigen Dorfanlage bei, die wir anschließend beschreiben.

5 Der Edelhof von Brenndorf und seine Gräven

Im Jahre 1927 zeichnete G. Treiter (?) erstmals einen Lageplan von Brenndorf, in welchem er den Grävenhof (Edelhof) im Bereich der heutigen Höfe Nr. 100-114 vermerkt, ohne jedoch das Ausmaß des ganzen Besitzes mitsamt der Mühle, den Nutzungen und Wirtschaftshöfen anzudeuten. Allein der Volksmund verrät uns, daß die breite Brückengasse noch um die Jahrhundertwende 'auf edler Erde' genannt wurde, daß frei auf Nr. 30 beim Hausbau ein großer Münzenschatz gefunden wurde, und daß die Bauart einiger Höfe in der Nähe der Weidenbach-Brücke die Vermutung zulassen, daß hier Lager- und Werkräume gestanden haben. Vielleicht sogar jene Mühle, um die es 1368 zu jener denkwürdigen Bauernerhebung kam, die unser Dorf erstmals urkundlich macht (UB II, Nr. 918, S. 318).

Da diese Urkunde um 1368 zu den wichtigsten Dokumenten unserer Dorfgeschichte gehört, bringen wir nachstehend ihren vollen Wortlaut in deutscher Übersetzung.

Kapitel 5 Seite 2

Was sagt uns die Urkunde von 1368 noch? Daß die Gräven von 'altersher und fortwährend' im Besitz des Edelhofes waren. Der Name 'Edelhof' paßt vielleicht nicht in die romantische Vorstellung jener Zeit, da 'keiner Herr und keiner Knecht'. Solche werden aber von der Geschichte ausdrücklich genannt. Man weiß von den Edelhöfen in Brenndorf, Zeiden, Marienburg und Rosenau. Es waren königliche Geschenke  an jene Männer, Krieger und Werber (Lokatoren), die sich im Kampfe oder in der Durchsetzung der neuen Idee bewährt hatten.

Die Urkunde gestattet uns jenen Zeitabschnitt zu nennen, in dem Brenndorf als eine geschlossene und lebensfähige Siedlung zur 'Croner Hundertschaft' gehörte und Pflichten im Schutzsystem übernehmen konnte: Es könnte um die Jahre 1240-1260 gewesen sein!

1317: Um in Zukunft nicht mehr der Willkür der Gräven ausgesetzt zu sein, kauft die Gemeinde fünf Achtel des Grävenbesitzes bei der Mühle und verpflichtet diese zum verhältnisgleichen Beitrag zu den Instandsetzungsarbeiten am Deich und Mühlenkanal, wie ein einfacher Mitbewohner des Dorfes (UB IV, Nr. 1887, S. 132-133).

1403: Dezember Hl. Johann Sydeuswauch (?9, Richter und der Rat von Kronstadt bezeugen, daß Johann, Comes von Brenndorf, im Name seines Mündels Christianus an dem Adligen Benedikt, Sofu Pauls, Besitz in Kreuzburg verkauft hat. (Eingeschaltet als erstes Inserl von dem König Sigismund 1406 Archiv des Grafen Beldi, Klausenburg).

- Kaschau, 3. Juni: König Sigismund bestätigt für Ladislaus und Johann von Brenndorf seine Urkunde von 1395 Nr. 1347, die Abgabefreiheit von zwei Hofstellen und mehreren Ackerländern und des Mühlenrechts auf Brenndörfer Hattert betreffend (Orig. Perg. Gemeindearchiv Brenndorf).-

- Kaschau, 3. Juni: König Sigismund bestätigt für Ladislaus und Johann von Brenndorf die Urkunde Michaels, des Comes der Sekler, von 1413 Nr. 1720 mit der Entscheidung in dem Erbstreit zwischen den Kindern des Comes Johann von Brenndorf (Orig. Perg. Gemeindearchiv Brenndorf).

1421: Kronstadt, 2 Februar. der Kronstädter Distrikt bezeugt die Aussage des Johannes Sydenswung (?) über die Vereinbarung der Gemeinde Brenndorf mit den Nachkommen des Comes Nicolaus und des Comes Jakobus, die Verwaltung eines in ihrem Besitz befindlichen Mühle betreffend. (Original Pergament des Gemeindearchivs Brenndorf)

1426: Der Verkauf des Waldgebietes am rechten Altufer, zuerst vom 'Districtus Brassoviensis' getätigt und von den Königen Sigismund 1419 und Ludwig II. 1515 bekräftigt.

(UB III, Nr. 1776, S. 665-668 und UB IV, Nr. 1981, S. 257-258)

1427: Kronstadt, 9. Januar. König Sigismund bestätigt seine Urkunde von 1419 Nr. 1855 über den Schutz des Ladislaus und Johann von Brenndorf. (Originalpergament Gemeindearchiv

Brenndorf).

1452: Am 27. Juni. Das Weißenburger Kapitel, das als eine Art Landesnotariat wirkt, beglaubigt über Ersuchen der 'viri provide et circumspectiv gaspar Parvus, anvrifaben magister Johannes, pronofarius civitatis Massoviensis' ????? die Urkunde König Sigismunds von 1419 Nr. 1863 , enthaltend die Urkunde des Szeklergrafen Michael Salomons von 1423 Nr. 1776 , über den Verkauf eines Stück Landes durch den Szeklerstuhl Sepsi an die Gemeinde Brenndorf.

1464: Kronstadt, 3. Juli. Petrus, Pleban von Weydenbach und Burzenländer Dechant, bestätigt den Schiedsspruch im Erbschaftsprozeß zwischen Hyl von Zeiden und Nikolaus von Brenndorf. (Zeitgeschichtliche Abschrift Archiv der Ev. Kirchengemeinde A. B. Kronstadt. I.E. 11 f. 191 v - 192 u (?)

1523: In diesem Jahr gibt es noch Nachkommen der 'Gräfen', die sich ihre Vorrechte bestätigen lassen (Staatsarchiv, K. A. Brenndorf Nr. 10).

Einige Jahre später führen ihre Erben die ehemalige Rangbezeichnung als Familiennamen. der 'alte Greff Hans' verkauft in schwierigen Zeiten der Gemeinde seinen Mühlenanteil für 200 Gulden.

1566: In diesem Jahr wird auf Einspruch seines Sohnes festgestellt, daß die Kaufsumme als Anleihe betrachtet wird und bei Tilgung der Schuld die Gemeinde den Anteil der Gräven bzw. der 'Familie Greff' zurückerstatten muß. (Kronstädter Staatsarchiv, K. A . Brenndorf Nr. 14)

Um nicht mehr von der Willkür der Gräven abhängig zu sein, kaufte die streitbare Gemeinde fünf Achtel des Grävenbesitzes an der Mühle. Auch gelang es 1415 den nun geeinten Parteien gemeinsam ein Waldgebiet am rechten Ufer im Szeklerland zu erwerben, aus dessen Beständen vorwiegend Schutzdämme gegen die Überschwemmungen des Altflußes gebaut, aber auch Bauholz für neue Wohnstätten geschlagen wurden. Der Türkeneinfall von 1395 brachte die Zerstörung der jungen Siedlung. Nach einer gedruckten Chronik des 5. Jahrhundert soll 1456 'Berckendorf im Burzenland' zerstört und eine hohe Zahl von Siedlern verschleppt worden sein. Im Jahre 1471 wurde ein strittiges Gebiet zwischen Brenndorf und Petersberg einvernehmlich geteilt. Und als man im Jahre 1510 die sogenannte 'Volkszählung' durchführte, da hatte 'Brengendorf' bereits 131 bewohnte Häuser und insgesamt 500 Seelen, 7 Witwen, 6 Hirten, 1 Müller, 1 Schulhaus und Klocknerhaus ?????, ein Kirchenhaus und einen 'Sedler' (Mieter) und war damit die achtgrößte Gemeinde im Burzenland.

Das 16. Jahrhundert macht deutlich, daß es bei der Erschließung neuen Ackerbodens der Mithilfe aller Siedler bedurfte und die große Aufgabe auch für die nächsten Jahrhunderte blieb. Der Zukauf von Ackerland und -wiesen von Petersberg und Bartholomäe bzw. die Inpachtnahme zusätzlicher Felder an den Rändern der Gemarkung war eine notwendige Maßnahme zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Die Volkszählung von 1526 nennt uns eine Reihe von Namensträgern, die durch Abwanderung, Aussterben, Krieg , von 'hitzigen ????? Krankheiten (Pest, Cholera) ausgelöscht wurden, und erlaubt uns die Herkunft derselben und die Zeit ihres Zuzugs ins Dorf einzuschätzen. Die zahllosen Brände, die schreckliche Pestilenz von 1719 forderte 448 Tote und hinterließ 36 leere Häuser - es notwendig geworden, neue Siedler aufzunehmen. Im Jahre 1765 kommt die von der sächsischen Universität in Siebenbürgen abgefertigte Deputation nach Brenndorf, um letztinstanzlich die 'Grenz-Irrungen ???? zwischen Cronen und Brenndorf zu regeln. In der nachreformatorischen Zeit kam es zu einem regen Wechsel von Zu- und Abwanderern zwischen den einzelnen Gemeinden des Burzenlandes, wie uns die Heimatregister vermelden. Aber auch die Nähe der 'großen Stadt' mit ihren Verdienstmöglichkeiten für Handwerker und Kaufleute, lockte kriegsmüde Soldaten zum Verbleib im Dorf. Im 19. Jahrhundert waren es besonders Ulanen und Dragoner der österreichischen Besatzungstruppen, aus Böhmen und Mähren, nach 1867 auch Husaren ungarischer Truppenteile, die sich häuslich niederließen und eine Familie gründeten. Viele schöne Bauernhäuser sind Zeugen ihres Fleißes und ihrer Hingabe an die Gemeinschaft, die sie liebend und lobend umschloß. So ließen sich im 19. Jahrhundert 62 Männer aus den übrigen Dörfern aus der Stadt in Brenndorf nieder und trugen so zur heutigen




Dorfanlage bei, die wir anschließend beschreiben.

6  Woher kommt der Name Brenndorf?

Unser ehemaliger Notär Samuel Rheindt, ein eifriger Helfer seiner Gemeinde, führte in seinem Vortrag im landwirtschaftlichen Bezirksverein des Burzenlandes am 19. Juni 1876 zum Thema folgendes aus: In mehreren, alten im Dorfarchiv aufbewahrten Originalurkunden aus den Jahren 1395, 1396, 1420 und anderen, wird der Ort immer 'Bringindorf' oder 'Bringendorf' genannt. Der Forscher A. Marienburg vertritt in seinen Ausführungen 'Die Entstehung der Ortsnamen im Burzenland' 1877 die Auffassung, daß Brenndorf den richtigen Namen 'Brigittendorf' führen sollte, wegen der auf dem nachmaligen 'Priesterhügel', sächsisch 'Praisterberch' am Altfluß unterm Oberwald gestandenen Kapelle zur heiligen Brigitte. Es ist wahrscheinlich, daß der vorreformatorische Namen 'Brigittendorf' in Volksmund in 'Bringendorf' und nach der Reformation die Erinnerung erlosch und - vielleicht durch die bis in die neuere Zeit vorkommenden Feuersbrünste, die Folge häufiger Blitzschläge oder auch die sagenhaften, feurigen Lufterscheinungen auf der Oberfläche der in früherer Zeit vorhandenen Moore und Sümpfe - endlich die Benennung Brigittendorf in die heute gebräuchliche Bezeichnung Brenndorf einmündete. Wir besitzen zwei Quellen, aus denen wir die vielfachen Namensänderungen entnehmen können. Sie weisen in verschiedene Richtungen und Ursprünge, sie lehren uns, daß auch mundartliche Einflüsse zum Taufakt beigetragen haben.

Quelle 1: Im 'Archiv des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde' Band XLV, S. 204, berichtet Gustav Kisch: s.s. O. N. Brenndorf (Br), ss. Bränderf, Bronjderf (Urkunde 1413 Bringendorf, latinisiert Villa Brigonis 1423= (gen Dorf des lux. F. N. Bring, Brink zu nhd. F. N. Brink (frau), Bring (mann) - nh. brink Grasfeld, l. brink Ufer (Brenndorf = Grasfeld) am Ufer des sc. des Alt,; anders: Burzenland 86; O.N. Bodon (M) sl.P.N. Budin (r. Jb. 1367) mit l.sl-n-m-o- Volksharmonie: -i-o.

Quelle 2: Im 'Siebenbürgisch Sächsischen Wörterbuch' I. Band, Seite 735 aus dem Jahr 1817, ist über Brenndorf zu lesen: Brenndorf, Brännderf, Branjderf (Kronstadt), Bruoidreff (Groß-Schenk), magyarisch Botfalu, rum. Bot (auch Bod).

Urkundlich belegte Namen: Brigondorf (1377), Bringendorf (1413, 1419), Villa Brigonis (1423), Brengendorf (1452, Breckendorf im Wurczenland (1456), in einer Urkunde im österr. Stift Lambach-Brendorf (1484), unter diesem Namen erscheint von Brenndorf auf der Siebenbürgen-Karte von Honterus Brenndorf (1456), Inventuraufnahmen, K. B1.15, 107 Brengendorf, Brenndorf (1510), seither zumeist Brenndorf (Qu. Kr. S. 206), doch nach 1709 auch Bringdorf, Bringendorf. Zum ahd. P.N. Bring, Bringing, Brinigesdorf (Förstermann 1, 336). Das nähere s. Wolff, Ortsnamen, 1.26.

Zusätzlich geben wir eine Übersicht betreffs sprachlicher Entwicklung des Ortsnamens:

Villa Bathfalwa (1368), nach Gernot Nußbächer im 'Neuen Weg' Nr. 8614 - Brangedorf (1454), aus einem Befehl König Ladislaus über Beihilfen zur Kronstädter Stadtbefestigung - Briggendorf (1532), laut einer damaligen Volkszählung - Braindorf (1550), laut Volkszählung anläßlich einer Kirchenvisitation. Über die Herkunft des Ortsnamens 'Bodfalwa' unterrichtet uns 'Magyar Orszásgos Levéltár', Budapest: Bot, Both oder Bod ist ein altungarischer Name, den sehr viele Ungarn im Mittelalter getragen haben, und auch einige Ortsnamen in Ungarn mit der Partikel 'falva' (-dorf) davon deriviert wurden. Man kann aber meistens nicht sagen, wer die Person war, deren Name auf die Ortschaft übertragen wurde'.

Jakob Bod von Badfalwa, dessen Söhne einen Wappenbrief im Jahre 1460 von König Matthias bekommen haben, war ein Adliger aus dem Komitat Ung; wahrscheinlich  war es sein Urahn, der dem Dorf Bodfalwa vom Komitat Ung den Namen gegeben hat. Aber das Dorf Bothfalwa, das später auch Brenndorf genannt wurde, liegt in Siebenbürgen bei Kronstadt, und wir wissen gar nicht, von welchem Bod es seinen Namen bekommen hat. Es wird nämlich urkundlich erst in der  Hälfte des 14. Jahrhunderts erwähnt. (Gy. Györffy: Az Árpád-keri Magyarország törteneti földrajza. Budapest 1963 p. 827).

In den Törzburger Castellans-Rechnungen von 1527-1537 kommt die Ortsbezeichnung Bothfalwa-Brengdorff öfters vor. Der burzenländische Capitular und Pfarrer in Weidenbach bei Kronstadt, Lucas Josef Marienburg, schreibt im  Band seiner 'Geographie des Großfürstentums Siebenbürgen' 1813 über Brenndorf: 'Brenndorf ( in alten Urkunden Brigondorf und Brigendorf, vielleicht Brückendorf) Bothfalwa, Bod oder Pott (eine Brücke), ein sächsisches Dorf, zwei Stunden von Kronstadt' , mitten im Ort steht ein Kirchenkastell, mit einer einfachen Mauer und eigentlichen Türmchen. Ein kleines, vor wenigen Jahren eingeschmelztes Glöckchen, das Fleischglöckchen genannt, hatte die Zahl 1144 (es folgt daraus nicht, daß damals der Ort schon gestanden sei, so wie es daraus nicht folgt, daß ich 108 Jahre in diesem Jahr alt sei, weil in meiner Münzsammlung eine Münze sich befindet, die 1l700 prägt). In einiger Entfernung vom Dorfe, stand einst auf einem Hügel die Magdalena-Kapelle. Das Dorfwappen und Siegel ist ein Ring, der in der Mitte durch eine Kreuzbalken durchschnitten wird. Die evangelische Kirche steht im Kirchenkastell, die griechisch nicht uniierte der Wallachen an einem anderen Ort im Dorfe.'

Brenndorf kommt in der Volkszählung vom 1713 auf Pag. 125 unter dem Namen Bott Falwa und Bottfalva vor. In der 'Abbildung der in den sächsischen Ortschaften bestehenden Viehbrandzeichen' heißt es Botfalva, auf rumänisch Bott. Im 'Korrespondenzblatt des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde XXX, 1908, Nr. 5-6, S. 65-88, schreibt Emil Fischer zum Namen Brenndorf:'ein alter Name ist auch Bot (magy. Botfalva).' Für Brenndorf geht auch Birnova (slav. burono, bruvino) - Brückendorf. Vgl. in 'Una demequandem thyranne Dracol Wyda' aus dem Jahre 1447 Beckendorf = Brückendorf. In dem Bot steckt offensichtlich noch der alte slaw.. podu = Brücke.

Woher der Name Bod kommt, erfahren wir aus der 'Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde', Heft 2/1980, S. 174-175, wo das Buch vom ungarischen Wissenschaftler Lászlo Rásonyi 'Bulaken und Ogusen (türk. Stämme, d. Verf.) im mittelalterlichen Siebenbürgen' besprochen wird. Wir erfahren, daß vor allem Namen und Bezeichnungen aus unserem Siedlungsgebiet, die uns heute noch geläufig sind, ohne ihre genaue Herkunft bzw. Abstammung zu kennen'. Wir nennen einige davon: in Siebenbürgen sind die Namen Braso (Kronstadt), Boro-sig (Geau ???= Wasser), Tortilo (Tartlau)= kieselig, Szeben (Hermannstadt/Sibiu) = freue dich, protobulgarische Namen. Der Name Bod und Budvar kommt im türkischen bud, das Götze (ursprünglich Buddha) bedeutet.

Da das gesetzmäßige und notwendige dauernde Zusammenleben der Bulaken und Bulgaren viel früher erfolgte als die ungarische Landnahme , kann man folgern, daß die bulgarischen Lautänderungen in der bulakischen Sprache auch vorkamen, wie jìdz, von welchem ein ungarisches gy wird. Der Name des Flusses Kükülö (=Kokel) kann auch bulakisch sein.

Der zweite Teil der Abhandlung spricht von den Ogusen (Uz, yuz, tork, türk). In Siebenbürgen sprechen nicht nur die Namen Uzdiszentpeter, Uzdiszentgyörgy, Uz=Bach, Uz=Pass, von diesem Volk, sondern auch der Name Türkös, der 1504 noch Torkess lautete. Von den ogusischen Stammesnamen findet man drei in Siebenbürgen: Tatran, Mak, Kök, in Dorfnamen Maksa, Makfalva, Kökös). Der Name Bácaság (vom geographischen Namen Bursa kommend, den Bergnamen Nemere (= Enkel), der Paß ojtoz (= rötliches Salz) und der Name Csik (= Grenze) und Görgeny (Brücke) deuten auch auf Usen.

Wir wollen diese Forschungsergebnisse zu Kenntnis nehmen als Bestätigung dafür, daß unser Siedlungsgebiet in früher Zeit von anderen Stämmen bewohnt war. Wir wissen aus Grabungen, daß unter dem heutigen Weichbild ein anderes, weil älteres, zutage tritt und die Rätselhaftigkeit und Wirklichkeit diese Zeitepoche entstehen ließ.

Zum Schluß dieses Abschnitts bringen wir einen neuen (alten) Namen für unser von der Geschichte so arg geprüftes 'Dorf an der Brücke': Ein neuer (alter) Name für Brenndorf taucht in der er 'Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde, IV. Folge, 1. Jahrgang, Heft 2/1978 auf: Berrendorf bei Köln. In einem Vortrag über 'Verwandte von siebenbürger Ortsnamen in Flandern und den benachbarten Ländern', gehalten von Arnold Huttmann (Aachen auf der Jahrestagung 1976 des AKSL, wird auf die Möglichkeit und Wichtigkeit hingewiesen, welchen den Orten und Gegenden im Ausland zukommt, von denen aus die Kolonisation einzelner Teile Siebenbürgens erfolgt sein könnte. Hier in diesen Orten, müßten die lokalen Urkunden durchforscht werden, um auf die Daten bezüglich der Auswanderungsbewegung nach Ungarn und Siebenbürgen in 1 und 13. Jahrhundert zu stoßen. Als Beweis hierfür wird als 'Toponymische Wörterbuch von Belgien, Holland, Luxemburg, Nordfrankreich und Westdeutschland' von Maurit Gysseling erwähnt. Es ist dieses ein monumentales Werk von 1109 Seiten und umfaßt etwa 25000 Ortschaften und Flurnamen vor 1226. Bei der Durchsicht wurden strenge Maßstäbe angesetzt und die Phantasie sehr gezügelt. Es konnten 21 Orte gefunden werden, die ihrem Namen nach als Verwandte von Orten in Siebenbürgen bezeichnet werden können. Unter den 10 Namen aus Rheinland-Westfalen und Rheinland-Pfalz wird auch Berrendorf bei Köln genannt, erstmals um 1136 erwähnt, mit dem entsprechenden Ortsnamen in Siebenbürgen, mit unserem Brenndorf. Was wirklich in den Jahren von 1136 bis 1226 geschah, wissen wir leider nicht!

7 Brenndorf und seine Umwelt

Aufbau und Oberflächengestaltung

Das Becken von Kronstadt besteht aus zwei tiefen Einbrüchen, deren Ränder sich auf der Linie Kronstadt - Petersberg - Altlinie überschneiden. Entlang dieser Linie ist die Senkung am geringsten, und aus den mächtigen Aufschüttungen des Beckens ragen hier auf: Breiter Berg, Leimpesch, Mühlenberg und Schloßberg. Während der älteren Stufen der Erdgeschichte, lag das Burzenland höher als der Spiegel des damaligen siebenbürgischen Sees und wurde wahrscheinlich nach Süden entwässert. Durch Absinken des Kronstädter Beckens und Hebung des südlichen Randgebirges ist hier ein Höhenunterschied von 800 m bewirkt worden. Die entstandenen Schichtungen reichen tief unter den Wasserspiegel des Alt hinab. Zum Überschwemmungsgebiet des Alt fällt die Burzenländer Ebene als etwa 5m hohe Terrasse ab. Im östlichen Teil, zwischen Honigberg und Brenndorf, hat diese nur geringe Breite, im westlichen Teil gegen Marienburg, Rothbach und Nußbach verbreitert sie sich beträchtlich.

Da bei Überschwemmungen die unmittelbar neben dem Fluß gelegene Uferzone, die Grenze zwischen strömendem Fluß- und beharrendem Überschwemmungswasser, stärker erhöht wird, entstehen natürliche Uferwälle. Dadurch wird der Abfluß von dahinter liegendem Gewässer erschwert und die Mündungen der Nebenflüsse werden verschleppt. Infolge der starken Schuttführung haben Burzen und Weidenbach im Becken ihre Talböden erhöht, dadurch sind die weniger stark aufgeschütteten Nebentäler in den Seitenbuchten des Beckens abgedämmt und es ist Versumpfung bewirkt worden.

Klima

Im allgemeinen ist der Gang der Witterung ähnlich wie im übrigen Siebenbürgen. Auf den ziemlich kalten und trockenen Winter folgt ein milder und sonniger Frühling. Mai, Juni sind meist regnerisch und kühl. Der August ist trockener, am andauerndsten ist das Herbstwetter mit klaren, oft sonnigen Tagen bis in den November. Im besonderen weist das Klima im Burzenland auch einzelne ihm eigenartige Züge auf: Die Beckenlage verschärft die Winterkälte. So kommt es, daß der Rundfunksender Brenndorf (504 m) von allen Wetterstationen Rumäniens mit -5,01 Grad Celsius die niedrigste mittlere Jahrestemperatur hat. Brenndorf, als Kältepol des Landes, hatte z.B. am 25.1.1942 eine Winterkälte von -38,5, im Herbst 1946 aber eine solche von 27,2 Grad Celsius! Die stärkste Bewölkung in der Ebene hat der Dezember. Kronstadt hat im Durchschnitt 170-180 Stunden Sonnenschein im Jahr. Am regenreichsten sind im Schnitt die Monate Mai, Juni und Juli. Die Hagelwetter, aus dem Westen kommend, treffen die Gemeinde und ihren Hattert selten. Auch die seit einigen Jahren aus Nordwest und Nord aufsteigenden Gewitter berühren selten, und auch da nur die nördlichsten Teil des Hatterts. Fast täglich bläst der Westwind über den Acker und hat schädigenden Einfluß auf die Vegetation, besonders auf die Gartengewächse.

Gewässer

Der Alt ist der Hauptfluß des Burzenlandes. Er umfließt am Nordrand des Kronstädter Beckens das 'Baraolter Gebirge' und bildet zusammen mit seinem größten Nebenfluß, dem Schwarzbach, die alte historische Grenze zwischen der ehemaligen 'Provinicia Barcensis' und dem Széklerland. Das Gefälle des Alt beträgt pro km rund 1 m. Infolgedessen bildet er zahlreiche Krümmungen. Lage und Form ändern sich unaufhörlich. Bei Mittelwasser hat der Alt ein durchschnittliche Tiefe von 60 - 70 cm. Der westliche Teil des Burzenlandes wird durch den Weidenbach und Burzen entwässert. Der 'große' Weidenbach kommt aus dem Malaieschter Tal (1100 m), der 'kleine' Weidenbach entwässert die niedrigen Gelände zwischen Butschetsch und Schuler. Zwischen den 'Biengärten' und Zeiden ist das Gelände reich an Quellen und frischen Bächlein (Springbach, Lauterbach, Bruchbach u. a.). Bei der Brücke an der Landstraße  Kronstadt-Biengärten mündet von rechts der Tömöschkanal (in den Weidenbach), bei der Eisenbahnbrücke der 'Trockenen Tömösch', und etwas später der 'Petersberger Bach'. Der Weidenbach verlangsamt hier seinen lauf und beginnt in Krümmungen zu fließen. Von Brenndorf nimmt er nicht den kürzesten Weg zum Alt, seine Mündung wird vom Alt etwas nach Norden verschleppt.

Seit einigen Jahren haben 'fortschrittliche Wasserwirtschaften' es für gut befunden, unseren Hausbach 'Wedjabich' (S. 51), an dem sich so manche schöne Erinnerungen vergnügter Badetage und Kahnfahrten knüpften, ein neues Bett zu machen. Er fließt also nicht mehr durch die Gemeinde, sondern durch einen erweiterten Kanal, der vom 'Roten Seil' kommt und im 'Tiefen Hamm' auf der Ochsenweide in den Alt mündet. Der gute Weidenbach führte früher ein halbwegs sauberes Wasser, später jedoch - so in den 50er Jahren - wurde er zu einem Sammelbecken Kronstädter Abwässer, und wies viel Wildwuchs auf. Ein kleines Rinnsal aus der 'Kredden' versorgt heute die meterhohen Wasserpflanzen und 'Titteskolben' mit dem nötigen Nasse. Was früher auf den Höfen der Kirchgassen als Sondermüll anfiel, und vom Weidenbach stets überflutet wurde, ist im übelriechenden Schlamm versunken. Von der Wasserkraft des Weidenbaches waren gegen Ende des Jahrhunderts in Brenndorf rund 50 PS ausgenützt. Vom Burzenbach hat das Land seinen Namen. Der Bach ist rd. 67 km lang, er entspringt oberhalb Zernescht.

Pflanzenverbreitung

Das Burzenland kann in Bezug auf Reichtum und Mannigfaltigkeit seines Pflanzenwuchses mit vielen Landesteilen wetteifern. So sind - 1934 - aus dem Burzenland 1441 Pflanzenarten bekannt. Nur hier kommen u. a. folgende Arten vor: Burzenländer Trespe, zweiblütige Quecke, Blauer Storchschnabel, Alpen-Grasnelke, Burzenländer Grasnelke; zu finde sind hier u. a.: Die Kärtner Saumnarbe, Schneeweiße Pestwurz, Alpen-Leinkraut, Schachbrett-Tulpe. Die Burzenländer Ebenen und die aus ihr aufragenden Hügel und die niedrigen sonnigen Ränder bilden eine isolierten Posten des pflanzengeographischen Bezirks des siebenbürgischen Hügellandes. In der dazu geeigneten trockenen Ebene hat rationell betriebener Ackerbau die naturwüchsigen Pflanzen fast vollständig verdrängt. Die gesteigerte Wirtschaft bei kleinem Grundbesitz nutzt jedes Fleckchen, und gründliche Flurbereinigung duldet auch an der Grenze der Besitztümer kein Unkraut!

ABB. 13: Neues Flußbett von Alt und Weidenbach  S. 5

ABB. 12: Die Umwelt Brenndorfs S. 53.

8 Naturkatastrophen

Erdbeben

'Da das Burzenland in der Nähe der starken Bebenherde vom äußeren Karpatenknie liegt, wurden hier in der Vergangenheit häufig Erdbeben gespürt und registriert. Eine aufmerksame Durchsicht der 'Quellen zur Geschichte der Stadt Kronstadt', belehrt uns, daß z.B. es im 16.-18. Jahrhundert kaum ein Jahrzehnt ohne Erdbeben gegeben hat. Das erste bekannte Erdbeben, das Kronstadt, aber auch das übrige Siebenbürgen heimsuchte, datiert aus dem Jahre 1473, und ließ die Menschen glauben, der Jüngste Tag sei gekommen. Weitere Beben: 1516, 1521, 1523, 1531, 1543, 1545, 1550 usw. Mathias Milles ???? S. 54 berichtet in seinem 'Würgeagel' ?????S. 54 vom schröckeschen ????? Erdbeben 1590. Grausame Erdbeben gab es in den Jahren 1598-1601, aber auch 1605, 'also daß die Türme und Bäume sich also erschüttert und gebeugt.' 



1605: Im Kirchenbuch ist zu lesen: am Christabend entstand plötzlich ein mächtiges Erdbeben, die Glocken haben angeschlagen, doch ist nichts weiter geschehen.

1738: 11. Juni. Es entstand ein solches entsetzliches Erdbeben, daß dergleichen bei Menschengedenken nicht gespürt worden. Im Repser Stuhl sind vier Türme eingefallen, als in Stein, in Hermannstadt haben die Glocken geläutet, item hier in Rothbach, Zeyden, Brenndorf (Tartler).

1778: Das Erdbeben beschädigte das damals fast 200 Jahre alte Gebäudes des Honterusgymnasiums, das in der Folge abgetragen und von Grund auf neu errichtet wurde.

1790: Am 6. April, abends um 9 Uhr, ist nach entstandenem Erdbeben der Turm unserer Kirche samt Glocken und Uhr bis zur Hälfte zusammengefallen, wodurch nicht nur die Uhr und die größte Glocke in Stücke gebrochen, die Mittlere aber de s Henkels beraubt, sondern auch in dem nahe dem Turm gestandenem Pruzenhüterhäuschen ???? S. 55 eine Wöchnerin und zwei ihrer Kinder erschlagen worden sind. (an Kr. )

1802: Über keine Kirchenburg wissen wir so wenig, als über diese, die am 26. Oktober zu einem Schutthaufen verwandelt wurde (Jekelius) Über die verursachten Schäden berichtet das Archiv des Vereins für siebenbürgische Landeskunde, Band 22: 'Der Turm ist bis durch die ersten und zweite Etage, ziemlich stark auf der vorderen Abend ???? S. 56 - wie an der entgegengesetzten Morgenseiten mitten hinauf, die dritte und neu erbaute vierte Etage aber unverletzt geblieben. Die ganze Kirche, vom Glockenturm an bis an das Chor, samt Dachstuhl, Gewölbe und beiden Seitenwänden sind eingestürzt, wobei das Orgelwerk, Kanzel samt allem was in der Kirche befindlich war, im Schutt vergraben liegt. An der, die Kirche umgebenden Ringmauer, ist an der Mittagseite der obere Aufsatz, das ist der dünnere mit Schießscharten und mit Pechnasen versehene Mauerteil bis zum Wehrgang, der äußeren Ringmauer drei Klafter hoch und beiläufig 10 Klafter lang, samt dem Dachstuhl und des oberen Teiles an dieser Mauer befindlichen Turmes, dann in der nämlichen Linie fort, bis zum Eckturm, die äußere Mauer beiläufig 10 Klafter lang, ebenso an der Morgenseite die innere Ringmauer auf 8 Klafter lang und 3 Klafter hoch, eingefallen in der nämlichen Linie ist solcher auf 6 Klafter in der Länge und etwa 3 1/2 Klafter hoch völlig umgestürzt. Das sogenannte 'Zehntmagazin' ist samt der Torhüterwohnung ebenfalls eingefallen. Unter anderem ist eine Seitenmauer samt Schornstein, die Mädchenschule bis auf eine Seitenmauer und die beiden Knabenstuben ganz eingefallen.' Von den an die Ringmauer angelegten 'Fruchthäuschen' sind die eingestürzten Kirchen- und Ringmauern zwölf ganz zusammengeschlagen worden' -

1940: wir beschränken uns auf das große Erdbeben vom 10. November und auf die Nachbeben vom 1-14. November, die vor allem in der Stadt schwere Schäden hinterließ. Ein Teil der Zuckerfabrik ist damals eingestürzt. Im Dorf gab es geringen Schaden durch umgekippte Schornsteine - und geborstenen Mauern.

1977: Und wieder bebte die Erde. Es war am 4. März, als sich die bisher größte Naturkatastrophe der letzten Jahre im Lande ereignete. Das Beben hatte die Stärke 7.2 auf der Richter-Skala und forderte weit über 1000 Menschenleben. Es entstand unübersehbarer Schaden an Häusern und Industrieanlagen. Mit Bukarest beklagt Brenndorf schwere Zerstörungen seiner Kirche. Wie es im Dorf ausgesehen hat, berichtet uns Frau Trenji Roth:

( S. 58 ) 'Viel Rauchfänge sind heruntergefallen, dem Nachbar Seimen ist der Giebel aus der gemauerten Scheune herausgefallen, der Turm hat einen Riß, zwei Glocken sind aus ihrem Sitz heraus und im Gebälk hängen geblieben. Das Rathaus mußte evakuiert werden, das Büro ist jetzt auf Nr. 106 bei Klara Heimrich???? S. 58.' In einem zweiten Brief hieß es: 'wir haben die nacht draußen verbracht, es traute sich niemand ins Haus, am Himmel war ein Leuchten und Dröhnen wie bei einem Gewitter.' Das diakonische Werk der Evangelische. Kirch in Deutschland kündete schon einen Tag nach dem schrecklichen Geschehen seine Hilfsbereitschaft an und entsandte 2 Mitarbeiter an die Unglücksstelle. Es wurde die Lieferung von technischen Materialien für die Bauarbeiten vereinbart und die Renovierung durch die Dorfgemeinschaft in Angriff genommen. Die 'Dorfgemeinschaft der Brenndörfer' in der Bundesrepublik Deutschland trugen viel zur Behebung der Schäden bei.

Brände, Verheerungen

'Hört Ihr Herrn und laßt Euch sagen, die Glocke hat zehn Uhr geschlagen. Bewahrt das Feuer und das Licht, daß Euch kein Schaden auch geschieht'. So wird auch ein Brenndörfer Turmwächter gerufen haben, den der rote Haken ????? S. 60 sich auf die Scheunen und Häuser setzte, dann aber 'Feuerio, es brennt', wenn die Schindeldächer und das zum Backen und Heizen notwendige Holz in Flammen aufging. Oft waren es aber auch häufige Blitzschläge und feindliche Räuberhorden, die Feuer in Dorf brachten und die gesamte Einwohnerschaft zu äußerstem Einsatz im Kampf gegen das Verderben zwang. Es brannte im Dorf:

1335: Erneuter Mongoleneinfall im Burzenland. Zeydla, Weydenbach, Tartlau und Brenndorf abgebrannt.

1347: Brechen die Tataren zum dritten Mal im Siebenbürgen und Ungarn ein. Das Burzenland wird jämmerlich verwüstet.

Hungersnot, Pestilenz und Hexenwahn

Es war gewiß auch so, daß - zumindest im Mittelalter - nicht immer wilde Schlachten die Ursache für auftretende Hungersnöte waren, sondern der zielbewußte Diebstahl von Nahrungsmitteln aus den Scheuen und Kellern des Gegners. Ob Freund oder Feind, jeder war 'über alle Maßen hungrig und durstig'. Mit dem Lumpenpack kam auch Ungeziefer ins Land und einbrechende Seuchen rafften dann die geschwächten Körper von Mensch und Tier dahin. Wenn Hungersnöte zu befürchten waren, traf die Ortsverwaltung strenge Vorkehrungen zur Sicherung des täglichen Brotes. So gab es zu diesen bösen Zeiten Wachtposten an den Grenzen der Gemarkung, die den Verkauf von Lebensmitteln an ortsfremde Menschen verhindern sollten. Den Alt entlang wurde ein Sperrkordon gegen die jenseits des Ufers operierenden ungarischen Händler und Ruhestörer errichtet. Die ungarischen Adligen, die mit der Stadt und den Gemeinden nicht auf gutem Fuße standen, hatten sogar 'Fruchtschiffe' auf dem Alt schwimmen. In Zeiten der Hungersnot scheint die Ausübung des Mühlengewerbes nicht immer einwandfrei gewesen zu sein.

1238: Als sich um diese Zeit weiterhin die Tataren im Burzenland befanden, gab es drei Jahre keine Ernte.

1495: Die Pest wütete heftig im Burzenland

1530: In diesem Jahr erhob sich ein großes Sterben in Siebenbürgen und auch in Kronstadt wütete die Pest so arg, daß viele Einwohner aus der verseuchten Stadt flohen, darunter auch Männer der Kirche und Schule.

1602:war im Burzenland ein solcher Hunger, daß sich viele von Asern ernährten.

1604: 'in diesem Jahr haben im Burzenland 8 Personen den Plug gezogen, und der 9. den Plug gehalten. Ursach: daß eine großer Mangel an Rossen und ander Vieh'.

Zuweilen muß die Not katastrophale Ausmaße angenommen haben, daß Menschen auch Hunde und Katzen verzehrten. In den Jahren 1613-1617 muß die Teuerung sehr hoch gewesen sein, denn 1 Kübel Korn (1 Kübel = 90 Liter) kostete 50 Fl., 1 Kübel Gerste bis zu 30-40 Fl., 1 Kübel Kukurutz 32-36 Fl. Zum Vergleich: 1 Joch Ackergrund kostete damals 2-3 Gulden, ein Notär bezog ein Jahresgehalt von 50 Gulden (1799). Mit Mißernten wechselten reiche Ernten ab, die dann wohl fette Zeiten zur Folge hatten.

1660: war das große 'Sterb' im Burzenland und ist nur in Cronen bei 1436 Verstorbenen geläutet worden.

1663: 'Den 4. Oktober wurde allfiel in Cronen eine Hex vier Trud ???? S. 62, wie man diese Teufelsart nennet, so der Zauberei beschädigt, darinnen befunden und überwiesen, auf sie geschworen, darnach im Feuer verbrennet worden'.

1665: Am 19. Juli sind alle Möllner, bei Cronen wohnend, in den Turm geworfen worden.

1684: 'den 6. Juni, wird ein walachischer Knecht an ein Galgen gelangen, welcher aus Trunkenheit und Zorn über die Obrigkeit geredet, bis gescholten und sich darum zu Tode geredet hat. '

.'den 13. Juni wird der Klosen Hannes von Brenndorf, welcher mit einem Hund zu tun hatte, mit Feuer gestraft, samt einer alten Hex, so viel Übles gestiftet hat.'

1693: 27. Juli soll der Teufel einen Soldaten von der Wacht bei Brenndorf genommen und weggeführt haben.

.sterben die Pferde im Burzenland.

1695: wird am 16. März der Croner Henker ausgeschleifet ????? S. 63, weil er 6 Kinder getötet haben soll.

1696: 23. Oktober wurde eine Messerschmiederin als Hexe verbrannt.

1700: 'Octobris und Novembris haben sich bei 300 Wolf sehen lassen; wir haben damals aus Haus-Löchern (Korngruben) Haber, Harritsch, Gerst ausgegraben'.

1719:'O, unglückseliges Pest-und Sterbejahr! Um diese Zeit passiert die schreckliche Pestilenz, sowohl in der Stadt, als auch in Tartlau, Honigberg, Petersberg, Brenndorf, Marienburg und Heldsdorf; so wurden auch die Zigeuner und Wallachen, so auswendig dem Markt wohnten, in den Wald gejagt!' (Diarium Seyberger)

1755: waren die Früchte in sehr geringem Preise, der Kübel Korn galt 1 Fl., die Gerste 72 Denar, die Flachs 34 Denar, und so die übrigen Feldfrüchte verhältnismäßig. Die 'Pestilenz-Infektion' nahm bedrohliche Ausmaße an. Die Stadt wurde durch einen Pestkordon abgeriegelt. Man ließ verlautbaren, daß jeder erschossen werde, der an der Pest behaftete sich nicht selbst anzeige oder gar durchgehe, oder mit verdächtigen Personen Umgang habe.

1709: Die Honigberger durften nicht zu gleicher Zeit mit den Petersbergern auf Feld gehen.

Die Petersberger, Honigberger, Tartlauer und Brenndörfer mußten für die abgesperrten rumänischen Gemeinden Cornat und Bacin ackern und säen.

1718: Es sterben in Brenndorf 305 Menschen an Pest, 36 Häuser bleiben leer (an Kr. )

1719: In diesen schrecklichen Pestjahren gingen die Leute nur auf Feld, wenn sie deutlich machen konnten, wo sie sich jeweils befanden. Die Frauen knüpften ein Tuch auf die hohe Stange, die Männer setzten ihren Hut auf die Stange, damit man sie rascher fände, fall sie 'umfielen'. Der Rosenauer Pfarrer Peter Cloos hatte gegen das Verbot seinen verseuchten Ort verlassen und ist nach Brenndorf gefahren, wo er früher war. Obwohl er sich in einem unbewohnten Haus aufhielt, wurde er für 15 Wochen eingesperrt und mit 40 Kübel Weizen bestraft. Lauf der 'Generalliste über die Pest-Toten im Distrikt' hatte Brenndorf 448 Personen zu beklagen, 36 Häuser blieben leer. Ganze Geschlechter starben damals, weder der Vater kümmerte sich um den Sohn, noch der Sohn um den Vater. jede Liebe war ausgelöscht, jede Hoffnung tot. Die Verarmung der Gemeinde nahm schreckliche Formen an. Viele Bauern verließen den Hof, um anderswo sein Brot zu verdienen. Im allgemeinen wurde über die Militär-Einquartierungen geklagt und über den Zwang, Vorspanndienste ????S. 66 für Kronstadt zu leisten. Die eigenen Arbeit im Haus und auf dem Feld blieb zurück. Die Dorfbewohner hatten deshalb vor den 'Kaiserlichen' mehr Abscheu als vor den Kurutzen! Die Verschuldung des Dorfes stieg, für das geliehene Geld wurden hohe Zinsen bezahlt - oder die Weiden verpfändet. Die Leute im Burzenland wurde gezwungen unter Eid auszusagen, wieviel Korn sie hätten!

Überschwemmungen und andere Plagen

Als Folge andauernder Regen traten der Alt, der Weidenbach und die Burzen über die Ufer, vereinigte sich zu einem Wasser vom Altfluß bei Brenndorf bis Marienburg. In solchen Zeiten führen die Brenndörfer auf Kähnen nach Arapatak. Das Niederfeld und sämtliche Feldwege verwandelten sich in ein Schlamm-Meer. Die Einbringung der Ernte war also oft gefährdet. Es gab Jahre, da schafften die Bauern ihre Zuckerrübenernte mit Brotmulden ???? S. 67 bis zur Straße.

1509: Eine große Wasserflut verheert das Burzenland.

1609: am 16. August sind die Heuschrecken ins Burzenland gekommen und sind 3000 Menschen hinausgegangen mit Gebang und Geklapper und haben sie nicht vertreiben können.

1647: Im Juli verdarb ein großes Wasser die Früchte im Burzenland.

1690:Heuschrecken fielen ins Land.

1693:starben die Pferde im Burzenland.

1697: Im August fiel bei Zeiden, Heldsdorf und Brenndorf ein Hagel, der die Menschen ???? S. 67, die Vögel tot und die Früchte ausschlug.

1970: Die Hochwasserkatastrophe richtet in Siebenbürge große Schäden an; zur Linderung der Not gingen auch von hier zahlreiche Pakete mit Kleidern, Schuhen und Lebensmitteln an die geschädigten Volksgenossen.

1975: Das Hochwasser hat Brenndorf arg heimgesucht, besonders im rumänischen Ortsteil. Hier mußten einige Ortsteile evakuiert werden. Es wurden Eindeichungsarbeiten durchgeführt. Im Abschnitt 'Kolonie Bod' wurden Deiche von 150 errichtet, wozu 11.000 m3 Erde bewegt wurden.

9 Brenndorf auf Landkarten

Eine Vielzahl von Landkarten bzw. Kartenauschnitten älteren und neueren Datums zeugen von der Existenz Brenndorfs. Hier eine Auslese davon:

ABB. 14, S. 71: Sachsenlandkarte 1532 von J. Honterus. Sie ist die älteste, eingehende kartographische Darstellung 'Siebenbürgens' und war dem Hermannstädter Magistrat gewidmet, der die Angelegenheiten der 'Sächsischen Nationsuniversität' zwischen den Tagungen leitete. Dieses Forum war bekanntlich die autonome Verwaltungsbehörde des sogenannten 'Königsbodens'. Zu diesem gehörten die 'Sieben Stühle' (Broos, Mühlbach, Reußmarkt, Leschkirch, Schenk, Schäßburg, Reps und der Hauptstuhl Hermannstadt), die 'Zwei Stühle' (Mediasch und Schelk) und die Distrikte Nösnerland und das Burzenland. Von den 197 freien Gemeinden auf Königsboden übernahm Honterus 114 Orte. Von unseren engeren Heimat, dem Burzenland, trug er alle 14 Gemeinden ein, als auch Brenndorf, - und macht deshalb diese Karte so wertvoll für uns!

ABB. 15, S. 72: Ausschnitt der im Familien Besitz befindlichen Karte von 'Sibenburgern', die vom Holländer Kartographen 'Amsterdami, Apud Guihelmum et Joannem Blaeu' (1571-1638) stammt.

ABB. 16, S. 73: Siebenbürgenkarte der Offizin Arnold Mylius (Köln 1595).

Auch auf dieser Karte ist Brenndorf eingezeichnet, nur heißt es 'Brendorff'. Die untergegangene Gemeinde Arndorf ist hier noch verzeichnet.

ABB. 17, S. 73 Rückseite: Siebenbürgenkarte von Bertius 1612

ABB. 18, S. 74: Deutschtum in Siebenbürgern, mit Hauptzeit der deutschen Einwanderung. Diese Karte zeigt uns die rein deutschen Siedlungen und die Hauptzeit der deutschen Einwanderung: Banat 18. Jahrh., Siebenbürgen 1 und 13. Jahrh., Nösnerland 1 Jahrh., Bessarabien 19. Jahrh., Sathmar 18. Jahrh., und Bukowina 18. und 19. Jahrh.

ABB 19, S. 74 Rückseite und S. 75: Deutsche Orte in Siebenbürgen. Aus der 'Eckartschrift Nr. 34 - Die Deutschen in Rumänien von heute', von Dietger (?) Waldmann, Wien, entnahmen wir diese Karte, worauf die deutschen Orte in Siebenbürgen mit den dazugehörigen Verwaltungseinheiten (Kreise) verzeichnet sind. Brenndorf ist als 'Sat'-Dorf angeführt.

ABB. 20, S. 76: Burzenland. Orte des Kronstädter Distrikts

ABB. 21, S. 77: Die deutschen Ortschaften Siebenbürgens vor dem 1. Weltkrieg.









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