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Kunst - Was ist Kunst?

Geschichte

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Kunst

Was ist Kunst?

bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition . Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Das Kunstwerk steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber seit der Moderne auch der Prozess selber sein.




Seit der Aufklärung versteht man unter Kunst vor allem die Ausdrucksformen der Schönen Künste :

  • Bildende Kunst mit den klassischen Gattungen Malerei und Grafik, Bildhauerei, Architektur, und etlichen Kleinformen sowie seit dem 19. Jahrhundert dem Kunstgewerbe oder Angewandte Kunst genannten Grenzbereich zum Kunsthandwerk,
  • Darstellende Kunst mit den Hauptsparten Theater, Tanz und Filmkunst,
  • Musik mit den Hauptsparten Vokalmusik und Instrumentalmusik,
  • Literatur mit den Hauptgattungen Epik, Drama und Lyrik.

Ausdrucksformen und Techniken der Kunst haben sich seit Beginn der Moderne stark erweitert, etwa mit der Fotografie in der Bildenden Kunst. Bei den Darstellenden Künsten, Musik und Literatur lassen sich heute auch die Ausdrucksformen der Neuen Medien dazuzählen, etwa Hörfunk und Fernsehen. Die klassische Einteilung verliert spätestens seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhundert in der Suche nach dem Gesamtkunstwerk aber an Bedeutung, Kunstgattungen wie die Installation oder der Bereich der Medienkunst kennen die klassischen Grundformen nicht mehr.

Etymologie und Wortgebrauch

Ursprünglich ist kunst ein Substantivabstraktum zum Verbum können mit der Bedeutung 'das, was man beherrscht; Kenntnis, Wissen, Lehre, Meisterschaft'. Die Redewendung „Kunst kommt von Können“ ist also etymologisch, dem Wortursprung nach, richtig.

Der Begriff Kunst wurde und wird mithin gebraucht:

Im Sinn von Wissen, Erkennen, Erkenntnis, Einsicht

Seit dem 16. Jahrhundert wird Kunst nicht nur zur Beschreibung eines Wissens gebraucht, der Begriff wird ebenso synonym für Philosophie, aber auch die (Natur-)wissenschaften gebraucht, aber auch deren zunehmend abgelehntes Gegenteil als „schwarze Kunst“.

Im Sinn von Handwerk

Im Wort Kunsthandwerk steckt heute noch das Handwerk. Bis in das 18. Jahrhundert wurde Kunst auch als Synonym für die Ausübung eines Handwerks benutzt. Erhalten hat sich dieser Gebrauch in Worten wie Flechtkunst, Töpferkunst. Mit Kant lässt sich schließlich die Trennung der Begriffe konstatieren: „Im engern Sinne sind Handwerk und Kunst genau unterschieden, obwohl es an naher Berührung, ja Verfließen von beiden nicht fehlt (vgl. Kunstgewerbe): die Kunst wird vom Handwerk unterschieden, die erste heißt freie, die andere kann auch Lohnkunst heißen“.

Im Sinn von Wissenschaft

Seit Leibniz kennt man die Bezeichnung wissenschaftlicher Disziplinen als „Sprachkunst (Grammatica), Redekunst (Rhetorica), Messekunst (Geometria), Beweiskunst (Logica), Sittenkunst (Ethica), Sehkunst (Optica), Zergliederkunst (Anatomia), Scheidkunst (Chymia) u.a.“. Bald jedoch wird die Kunst von der Wissenschaft unterschieden. Goethe meint dazu: „Kunst und Wissenschaft sind Worte, die man so oft braucht und deren genauer Unterschied selten verstanden wird, man gebraucht oft eins für das andere, und schlägt dann gegen andere Definitionen vor: ich denke, Wissenschaft könnte man die Kenntnis des Allgemeinen nennen, das abgezogene Wissen, Kunst dagegen wäre Wissenschaft zur That verwendet. Wissenschaft wäre Vernunft, und Kunst ihr Mechanismus, deshalb man sie auch praktische Wissenschaft nennen könnte. Und so wäre denn endlich Wissenschaft das Theorem,

Kunst das Problem

Als Gegensatz zu Natur

Nicht zuletzt im Gefolge der Aufklärung und ihrem neuen Naturbegriff wird Kunst als Gegensatz zu Natur, als künstlich anstelle von natürlich verstanden. Heute verwendet man das Präfix Kunst- als Bezeichnung für „nicht natürlich“: Kunstpelz, Kunststoff, Kunstblume, Kunstauge etc.

Im Sinn von Schöne Künste

Kunst im heutigen, am häufigsten gebrauchten Sinn wurde begrifflich vor allem von Winckelmann, Lessing, Herder, Goethe und Schiller geprägt. In ihren ästhetischen Schriften beschreiben sie die menschlichen Hervorbringungen zum Zwecke der Erbauung als Kunst, sei es im Theater, in der Literatur, in der Musik oder die Werke „bildender Künstler“, auf die sich der Begriff schließlich zunehmend verengt. So hat sich Kunst- auch als Präfix für Wortbildungen wie Kunstausstellung, Kunstwerk, Kunstauktion etc. herausgebildet.

Geschichte des Kunstbegriffes

Vorgeschichte

Kunst ist vom Ursprung her eine kultische Erscheinung, die sich zeitgleich oder im Zusammenhang mit vorzeitlichen Kulten oder Religionen entwickelte. Sowohl Malerei und Skulptur, als auch Musik und Tanz treten bereits in der Altsteinzeit in Erscheinung. Zu den frühesten Zeugnissen von Kunst gehören die knapp 40.000 Jahre alten Elfenbeinfiguren aus dem Lonetal, die Flöten aus Geißenklösterle oder die Höhlenmalereien von Chauvet. Historisch entwickelten sich die Künste aus ihrem Beitrag zur materiellen Organisation von Kulten und Ritualen. In der Frühzeit menschlicher Entwicklung ist das Auftreten von Kunst einer von mehreren Indikatoren für die Bildung von Bewusstsein und menschlichem Denken. Kunst meint in diesem Zusammenhang Verrichtungen oder Darstellungen (z. B. Musizieren, Bemalung), die keinen unmittelbaren Nutzen zur Lebenserhaltung erkennen lassen.



Antike

Von den frühen bis zu den späten antiken Kulturen, vom ägyptischen Alten Reich über das Klassische Griechenland bis zum späten Rom, sind eine Fülle von Kunstwerken erhalten: Architektur, Skulpturen, Fresken und Kleinkunst. Dass sie als solche bezeichnet werden, ist jedoch ein Anachronismus, denn zur Zeit ihrer Entstehung galten Malerei und Bildhauerei nicht als Kunst, sondern als Handwerk, ihre Erzeugnisse als Produkte von Handwerken, nicht aber Künstlern. Das Theater war bereits weit entwickelt und geachtet, aber wesentlich Bestandteil kultischer Handlungen.

Als freie Künste (artes liberales) wurden in der Antike jene Kenntnisse und Fähigkeiten bezeichnet, die einem freien Mann – nicht aber einem Sklaven – zur Verfügung stehen sollten. Martianus Capella (um 400 vor Chr.) hat insgesamt sieben Künste in zwei Gruppen eingeteilt: das Trivium beinhaltete Grammatik, Dialektik und Rhetorik; das Quadrivium umfasste Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik. Von den Schönen Künsten im modernen Sinn war also allein die Musik in der Antike eine anerkannte Kunst. Im Hellenismus wurden allerdings auch die Medizin und die Architektur zu den freien Künsten gezählt. Niederes Handwerk waren dagegen die mechanischen Künste, die mit der Hand ausgeführt werden mussten, worunter eben auch die Malerei oder die Bildhauerei fielen.

Mittelalter

Septem artes liberales (um 1180)

Mit den Umbrüchen der Völkerwanderungszeit löste sich das antike Kunstleben in Europa so gut wie auf. Der mittelalterliche Kunstbegriff übernimmt jedoch das Schema der artes mechanicae wie der artes liberales, der freien Künste des (philosophischen) Grundstudiums, die in den drei großen Fakultäten Theologie, Jurisprudenz und Medizin vorausgesetzt wurden.Der bildende Künstler ist nach wie vor Handwerker und in Zünften wie alle anderen Berufe organisiert. Als Individuum tritt er selten in Erscheinung, die Signatur eines Werkes ist unüblich. Auftraggeber für fast alle künstlerischen Produktionen – Malerei, Bildhauerei, Musik, Theater – ist die Kirche. In geringerem Maße lässt sich auch der feudale Adel Auftragsarbeiten liefern. Es entstehen profane und sakrale Ausdrucksformen, Bildtypen, Musikformen und anderes.

Frühe Neuzeit

Der Stellenwert der bildenden Kunst und der Arbeit des Künstlers ändern sich in der Neuzeit mit dem Übergang zu einer bürgerlichen Gesellschaft: Wo vorher meist im Auftrag von Kirche und Adel Werke geschaffen werden, wächst mit dem gebildeten Kunstsammler ein neuer Rezipiententyp heran.Dieser Prozess beginnt zuerst in Italien mit der Frührenaissance und setzt sich ab Mitte des 15. Jahrhunderts in ganz Europa fort. Die Städte erstarken und mit ihnen die Kaufleute, die ihre neue Stellung in der Feudalgesellschaft mit Kunst demonstrieren. Der Künstler emanzipiert sich, entdeckt sich als Subjekt, und schafft Werke, deren Hauptzweck nicht mehr die Vorstellung eines Glaubensinhalts oder der Macht eines Fürsten ist, sondern die fachkundige Debatte über Entwurf, Ausführung und Könnerschaft, und Künstler wird Beruf. So entstehen hoch komplexe ikonographische Bild- und Architekturprogramme, die zu enträtseln eine Aufgabe für das Kunstpublikum wird. Es entsteht eine neue literarische Gattung: Ekphrasis, Kunstliteratur, Schreiben über Künstler und Kunst, und Betrachtung („Kunstgenuss“) als Bestandteil der künstlerischen Intention. Der nunmehr autonome Künstler denkt über seine Rolle nach, was in der bildenden Kunst im Paragone öffentlich gemacht wird.

Aufklärung

Literatur: Ludovike Simanowiz: Portrait Friedrich Schiller (1794)

In der zweiten Hälfte des 18. und am Anfang des 19. Jahrhunderts, im Zeitalter der Aufklärung, begannen die gebildeten Kreise Gemälde, Skulpturen und Architektur, sowie Literatur und Musik als Kunst im heutigen Wortsinn zu diskutieren. Themenverbindend wurde die Asthetik in Abgrenzung zum Hässlichen als Kategorie zur Qualifizierung von Kunstwerken begründet. Freiheit wurde zum Ideal für Politik, Wissenschaft sowie für die sich allmählich als eigenständige Bereiche herausbildenden Literatur und Kunst. Der handwerkliche Aspekt künstlerischen Schaffens verlor an Bedeutung. Mit dem deutschen Idealismus stand die Idee über dem Artefakt. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für diesen Prozess war die durch die beginnende Industrielle Revolution beschleunigte Säkularisierung.Die Differenzierung zwischen Literatur und Kunst war das Ergebnis der kurz zuvor begonnenen Literaturdiskussion, die sich nicht mehr mit allen geistigen Arbeiten befasste, sondern Romane, Dramen und Gedichte als Literatur in einem gewandelten Wortsinn zusammenfasste. Im Bestreben, ein größeres Publikum anzusprechen, wurde der Terminus Kunst zunächst auf Gemälde und Skulpturen verengt, auf Gegenstände, die in den Zeitungen und Zeitschriften – den Journalen, die es seit dem frühen 18. Jahrhundert gab, vorgestellt und beurteilt wurden. Es entstand ein verbreitetes Rezensionswesen. Die Begriffe Werk, Original und Genie als Ausdrucksformen der Individualität des Künstlers wurden durch Kant geprägt. Man unterschied zwischen inneren und äußeren Bildern. Innere Bilder waren zum Beispiel Sprache, Vorstellungen und die Ideen, äußere hingegen Einrichtungsgegenstände, Bauwerke oder handwerklich gefertigte Produkte.



Moderne

Die Aufklärung bereitete den Kunstbegriff der Moderne vor. Emanzipierte sich am Ende des Mittelalters der Künstler zum autonomen Subjekt, so emanzipierte sich am Ende des barocken Feudalismus das Kunstwerk selbst und wurde autonom Kunst existiert nun nicht mehr in Funktionszusammenhängen, sondern allein aus sich heraus, wird zu L'art pour l'art. Die in Funktionszusammenhängen verbleibenden Kunstformen konstituieren sich unter dem neuen Oberbegriff Einen Höhepunkt erreicht diese im Nationalsozialismus, der mit dem Schlagwort Entartete Kunst die Klassische Moderne im Ganzen zu treffen versuchte: durch Berufsverbote, höhnische Präsentationen bis hin zur physischen Vernichtung. Ab November 1936 wurden nach und nach alle Abteilungen der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in den deutschen Museen aufgelöst. In der Sowjetunion entstanden in den 20er Jahren die noch als revolutionär empfundene Avantgarden Konstruktivismus und Suprematismus, mit Beginn des Stalinismus gewinnt der anti-moderne Reflex die Überhand und führt zum Sozialistischen Realismus in Literatur, bildender Kunst und Musik.

Postmoderne

Die postmoderne Anschauung von Kunst stellt zum Teil die Ideen von Freiheit, Originalität und Authentizität wieder in Frage, setzt bewusst Zitate anderer Künstler ein und verbindet historische und zeitgenössische Stile, Materialien und Methoden und unterschiedliche Kunstgattungen miteinander. Kunstbetrieb und Ausstellungsorte werden von einer Metaebene aus hinterfragt (White Cube). Die Grenzen zwischen Design, Popkultur und Subkultur einerseits und Hochkultur andererseits verschwimmen.Zeitgenössische Kunst, Kunst der Gegenwart und ähnliche Sammelbegriffe fassen gegenwartsbezogene Kunst nur sehr allgemein. Der Begriff Künstlerische Avantgarde ist für die seit Beginn der Postmoderne entstehende Kunst überholt, da es in offenen Gesellschaften und Kulturen keine allgemeinverbindliche Richtung für eine Vorhut oder für Vorreiter geben kann. Daher wird der Begriff „zeitgenössische Kunst“ auch zur Umschreibung für künstlerische Arbeiten oder Handlungen benutzt, die in der Gegenwart etwas so wahrnehmbar machen, dass sie kulturell bedeutend in die Zukunft wirken. In diesem Sinne freie und zeitgenössische Kunst ignoriert scheinbar alle Bedingungen, akademischen Regeln und Einteilungen, alle Kunststile, Kunstsparten und kulturellen Grenzen, während sie sich gleichzeitig die Freiheit nimmt, sie je nach künstlerischem Bedarf zu reflektieren, zu bearbeiten und zu nutzen.

1.Entartete Kunst

Definition:

Entarte Kunst ist der Sammelbegriff der Nationalsozialisten für alles was von ihnen aus ideologischen Gründen abgelehnt wurde. Dazu zählen Kunstwerke sowie die Stilrichtungen der modernen Kunst aber auch bestimmte Autoren wurden verboten. Ab 1936 war in Deutschland nur noch die 'Deutsche Kunst' zugelassen. Alles andere galt als entartete und wurde verboten und verfolgt. Die Entartung war sehr wichtig, denn sie wurde vor dem Deutschen Volk als Rechtfertigung die dazu verwendet, um eine ganze Bevölkerungsgruppe auszugrenzen. Das Wort „Entartung“ stammt ursprünglich aus dem Mittelhochdeutschen,aus der Zeit des Nationalizmus von 1933 bis 1945. . Die Nazis bezeichneten so die Kunst ,Malerei, Bildhauerei, Musik, Schauspielerei, Schriftstellerei, die nicht ihren Vorstellungen von Kunst entsprach. Diese 'Entartete Kunst' wurde verboten. Die Bilder wurden beschlagnahmt und zum Teil im Ausland verkauft oder zerstört (genauso wie die Nazis schon 1933 Bücher verbrannt hatten, die ihnen nicht passten). Die Künstler selbst durften nicht weiter in ihrem Beruf arbeiteten. Viele gingen ins Ausland, andere ,wie zum Beispiel Emil Nolde,malten heimlich weiter. Einige Künstler konnten ohne ihre Arbeit nicht mehr leben und begangen Selbstmord.

Die Kunst der NAZIS

Wie beispielsweise die offizielle bildende Kunst aussehen sollte, das zeigte, parallel zur 'Entarteten Kunst', vom 18. Juli bis 31. Oktober 1937 im Haus der Deutschen Kunst die 'Große Deutsche Kunstausstellung', ein unbeholfener Rückschritt ins 19. Jahrhundert im Dienst einer völkischen Kunstideologie. Was es dort zu sehen gab: Neun Führerbildnisse in Öl und Bronze; 'fröhliche Landmänner' beim Essen, Trinken, Arbeiten; viele drahtige Jünglinge, auch Pimpfe, Mädchen meist blond, gelegentlich nackt, stets aber bar jeder Erotik; vereinzelt Frontsoldaten, SA-, SS-Männer und U-Boote; schöne (deutsche) Landschaft, Blut und Boden akkurat blutleer gemalt; meist gefällige Posen, miefige Langeweile: 1934 hatten die Nazis die Reichsmusikkammer eingerichtet mit keinem geringeren als Richard Strauss an der Spitze, der jedoch zwei Jahre später aus Protest gegen die Judenverfolgung zurücktrat. Gefragt war 'deutsche Musik' von Bruckner bis Wagner, alles, was dazu geeignet war, als romantisch-geheimnisvolle Schicksalsmacht aufzutreten oder der kollektiven Identifikation diente.Jedoch wird die nationalsozialistische Kulturpolitik nirgends so spürbar wie im Massenmedium Film. 1933 wurde die Reichsfilmkammer eingerichtet. Alle Fäden liefen im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda beim Filmenthusiasten Goebbels zusammen, der schon früh die Macht des Mediums erkannt hatte.1933 wurden in Deutschland 135 Spielfilme produziert, während des gesamten 'Dritten Reichs' waren es 1097, darunter 'nur' 96, die ausdrücklich vom Propagandaministerium bestellt worden waren ('Jud Süß' von Veit Harlan zum Beispiel). 20 Millionen Deutsche sahen, nach offiziellen Angaben, Leni Riefenstahls ersten Parteitagsfilm 'Sieg des Glaubens' (1934). Mit der Reichsfilmkammer hatten die Nazis ab 1933 ein Steuerungsinstrument, um das Medium gezielt einzusetzen und gegen 'nichtarische' Filmschaffende vorzugehen. Zwar wurde die Filmindustrie nicht gleich verstaatlicht, die Produktionsseite lag aber in Hand der Partei - und der Filmkreditbank. So konnte Druck ausgeübt werden. Unzählige Regisseure und Schauspieler gingen ins Exil.



fetthaltiger lithographischer Tusche oder Kreide aufgezeichnet wird. Die Platte wird dann mit Säure bestrichen. Diese Atzung verschliesst die Poren des Steins so dass die Druckfarbe nur an der Zeichnung haftet. Die Werke von Otto Dix wurden als entartet verfemt, da er in seinen Bildern Elend und Grauen darstellte, also nicht dem national-sozialistischen Ideal von Kunst entsprach. Das Bild 'Der Streichholzhändler I' wurde 1920 von Otto Dix entworfen. Otto Dix war dafür bekannt, Bilder zu malen, die die Nazis dann als Propaganda für Wehrpflichtverweigerung oder Kriegsgräuel-Propaganda ansahen. An diesem Bild mit dem Kriegskrüppel, der Streichhölzer verkauft, wird es besonders deutlich. Aus diesem Grund verhöhnte man auch 15 Arbeiten von ihm in der Münchener Ausstellung 'Entartete Kunst'.

Die Ausstellung 'Entartete Kunst'

Die Ausstellung 'Entartete Kunst' wurde am 19. Juli 1937 in München eröffnet und zeigte 650 konfiszierte Kunstwerke aus 32 deutschen Museen. Bis April1941 wanderte sie in zwölf weitere Städte. Sie zog über 3 Millionen Besucher an. Die Ausstellung wurde von Joseph Goebbels initiiert und von Adolf Ziegler (1892-1959), dem Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste, geleitet. Gleichzeitig setzte mit der Beschlagnahme von modernen Kunstwerken, die später ins Ausland verkauft oder zerstört wurden, die 'Säuberung' der deutschen Kunstsammlungen ein. Berufsverbote für Künstler und Museumsleute, die moderne Kunst angekauft hatten, gab es bereits seit 1933. In der Ausstellung wurden die Exponate mit Zeichnungen von geistig Behinderten gleichgesetzt und mit Photos verkrüppelter Menschen kombiniert.So sollte der Kunstbegriff der Moderne ad absurdum geführt und moderne Kunst als 'entartet' verstanden werden. Diese Präsentation 'kranker', 'jüdisch-bolschewistischer' Kunst diente auch zur Legitimierung der Verfolgung 'rassistisch Minderwertiger' und politischer Gegner. Parallel zur 'Entarteten Kunst' zeigten die Nationalsozialisten im Haus der Deutschen Kunst, was man unter 'deutscher' Kunst zu verstehen habe. Der Vernichtungsangriff auf die Moderne und ihre Protagonisten betraf auch die Literatur und die Musik, die in der Ausstellung 'Entartete Musik' ebenso rücksichtslos diffamiert wurde. Am 24.5.1938 wurde die Ausstellung 'Entartete Musik' eröffnet, um dem Publikum vorzuführen, von welchen Werken die Öffentlichkeit in den letzten 5 Jahren gesäubert worden war. Die Ausstellung deckte alle Bereiche der Musik gründlich ab: So wurde von Schönberg bis hin zu den Werken Brechts/Weills berichtet. Ebenso gab es Angriffe gegen den Jazz und den Swing. Die Ausstellungsobjekte wurden von musikalischen Beispielen unterstützt, die sich der Besucher in Kabinen anhören konnte. Diese Negativ-Orgie reiste mit der Ausstellung 'Entartete Kunst' durchs Reich und sollte den Besuchern verdeutlichen, welche Musik sie in Zukunft meiden sollten. Dieses Festival sollte sich aber auch von nun an jedes Jahr in Düsseldorf (galt als musikalisches Zentrum) wiederholt stattfinden; 1939 war das letzte Treffen seiner Art aufgrund des Krieges. Die Bedeutung der Musik als Unterhaltung wuchs während des Krieges dennoch stark: So wurden die Truppen z.B. durch musikalische Aufführungen aufgeheitert, die Siege die im Film dargestellten Blitzkriege unterstützten und die Musik sollte später von Krieg und Niederlage ablegen

Nachwirkungen

Endgültige Verluste für die Museen

Viele deutsche Museen hatten zwischen den Weltkriegen durch Ankauf und Schenkungen bedeutende Sammlungen Moderner Kunst erworben. Durch die Beschlagnahmungen im Rahmen der Propaganda-Aktion 'Entartete Kunst' im Sommer 1937 wurden den Museen, ein großer Teil ihres Bestandes entschädigungslos entzogen.

Vergessene Kunst

Viele der als entartet diffamierten Maler werden heute zur 'vergessenen Kunst' gezählt, weil sie selber ermordet oder in den Freitod getrieben und ihre Werke größtenteils vernichtet wurden. Ferner gelang vielen der Überlebenden nicht, die erneute Anerkennung nach dem Zweiten Weltkrieg zu erlangen, weil sie sich in ihrem Stil weiterentwickelt hatten oder sich nicht mit den neuen Kunstrichtungen identifizieren konnten. Zu den 'vergessenen Künstlern' gehören u. a. Jankel Adler, Richard Haizmann, Fritz Heinsheimer, Anita Rée.

2.Oldenburger Kunstverein

Programm

Seit seiner Gründung hat der Oldenburger Kunstverein über 850 Ausstellungen gezeigt, die sich auf wichtige nationale und internationale künstlerische Positionen konzentrieren und vor allem auch aktuelle Trends in der Kunstentwicklung aufzeigen. Junge Künstler, wie 1995 Jörg Sasse, 1996 Thomas Ruff, 2000 John Bock oder jüngst Michael Beutler oder Thomas Zipp, die ihre ersten institutionellen Einzelausstellungen hier zeigten, zählen heute zu den Stars der internationalen Kunstszene und sind aus der aktuellen Kunstgeschichte nicht wegzudenken.

Meisterkonzerte

Für die 1946 organisierte Konzertreihe der Meisterkonzerte werden international bekannte Solisten und Ensembles verpflichtet, die Kammermusik vom Barock bis zur Gegenwart präsentieren. Derzeit werden jährlich sieben Meisterkonzerte veranstaltet. Sie finden gute Resonanz und sind zu 80% ausabonniert.
Ein erklärtes Ziel ist es, nicht nur Werke der klassischen Tradition, sondern auch Kompositionen des 20. Jahrhunderts vorzustellen. Ein weiteres Ziel ist es, neben der Präsentation internationaler Größen die Nachwuchsförderung nicht zu vernachlässigen; deshalb gehört der Oldenburger Kunstverein dem Veranstalterring der „Bundesauswahl Konzerte junger Künstler“ an und bringt jedes Jahr ein Konzert aus diesem Angebot.






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